Kategorie-Archiv: Positionen

B.Sc. Klinische Pflege, ein Streitgespräch

 

Von Ben Ruppert und Julian Potthoff

Kommentiert von Severin Krüger, Vorsitzender der Jugend-und Auszubildendenvertretung Uniklinik Köln


Zum Wintersemester 17/18 wird die Universität zu Köln  in Kooperation mit der Uniklinik Köln einen neuen Studiengang anbieten. Der angestrebte Abschluss lautet „Bachelor of Science (B.Sc.) klinische Pflege“

 

Bild: MedizinFotoKöln

Das Besondere daran ist, dass es sich um ein duales Studium handeln wird. In das vierjährige Hochschulstudium werden neben den akademischen Inhalten also auch die Inhalte der Berufsausbildung zum/ zur examinierten Gesundheits- & Krankenpfleger*in integriert.

 

Nach drei Jahren erhält man somit das Krankenpflegeexamen und nach einem weiteren Jahr erfolgen jene Prüfungen an der Universität, die zum Bachelor of Science im Fach klinische Pflege führen. Das Curriculum sieht vor, dass die gesamte Ausbildung von Vorlesungen begleitet wird.

Als Juso HSG haben wir uns eingehend mit der Thematik beschäftigt und zwei Personen haben ein Für und wider verfasst.

Es ist richtig, so Julian, der an der Universität zu Köln Medizin studiert und vorher eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert hat.

Das ist falsch, sagt Ben. Ben studiert im Master Politikwissenschaften. Continue reading

Gegen Studiengebühren jeder Art, egal für wen!

Unser Genosse Christopher hat für die morgige Studierendenparlamentssitzung einen Antrag gegen Studiengbeühren gestellt:

Antrag: Das Studierendenparlament spricht sich mit Nachdruck gegen die Einführung von Studiengebühren jeglicher Art aus. Es fordert den AStA, die studentischen Senator*innen, die Fachschaften und alle weiteren Teile der Studierendenschaft dazu auf, gegen die von CDU und FDP geplanten Studiengebühren von 1500€ pro Semester für Studierende, die aus dem Nicht-EU-Ausland stammen, zu protestieren. Dazu muss das Thema bereits jetzt in sämtliche darüber beschlussfassende Gremien der Hochschule getragen werden. Ferner stellt es sich solidarisch an die Seite der potentiell Betroffenen, die ab sofort fürchten müssen, ihr Studium aufgrund finanzieller Zwänge nicht abschließen zu können.

Begründung: Nach der kürzlich erfolgten Ankündigung durch Schwarz-Gelb, wonach Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland künftig pro Semester 1500€ bezahlen sollen, um in NRW studieren zu dürfen, sind wir als Studierendenschaft dazu aufgefordert, alles in unserer Macht stehende zu tun, um diese geplante Maßnahme zu verhindern. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

1. Eine Einführung von Studiengebühren für eine verhältnismäßig kleine Gruppe bleibt immer noch eine Einführung von Studiengebühren. Schon aus Prinzip muss man sich dagegen wehren.
2. Auch wenn der potentielle Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart davon träumt, dass NRW weiter für „die Besten“ aus dem Ausland attraktiv sein wird: ein Einbruch der Bewerbungszahlen in Baden-Württemberg beweist, dass hinter den Gerechtigkeits- und Finanzfloskeln lediglich eine weitere soziale Selektion, die auf ökonomischen Faktoren beruht, die Folge ist. NRW dadurch als Studienstandort erheblich unattraktiver.
3. Angesichts der Tatsache, dass eine Vielzahl der globalen Nationalstaaten immer stärker auf Abschottung setzt, setzt Schwarz-Gelb ein politisch mehr als bedenkliches Signal. Nun eine „Hochschulmaut für ausländische Studierende“ (GEW BaWü) nach baden-würrtembergischen Vorbild einzuführen, geht mit diesem Trend einher, statt ihn zu bekämpfen.
4. Die ins Fadenkreuz genommene Gruppe unterliegt ohnehin schon zahlreichen Regeln, die ein Studium erschweren. Diese Studierenden müssen bereits jetzt für die Dauer ihres Studiums auf einem Sperrkonto 8.700€ hinterlegen. Sie unterliegen aber anderen rechtlichen Bestimmungen, die es ihnen verbieten, so viel zu arbeiten, wie Studierende aus der EU. Mit regulären Nebenjobs können diese Studierenden ihren Lebensunterhalt schon jetzt kaum finanzieren. Das führt dazu, dass viele zusätzlich illegal arbeiten müssen. Mit einem Zusatzaufwand von jährlich 3000€ ist ein Studium für die meisten daher künftig ausgeschlossen.

abgesagt: Arbeiter*innenkinder an der Universität

+++Veranstaltung abgesagt+++

Liebe Kommiliton*innen, liebe Interessierte,

 

Leider müssen wir aufgrund einer kurzfristigen Absage unserer Referenten die  Veranstaltung „Arbeiter*innenkinder an der Universität“ absagen.

Wir entschuldigen uns vielmals für die Unannehmlichkeiten!

Da es großes Interesse an dieser Thematik gibt, was sich in den zahlreichen Anmeldungen via Facebook und persönlichem Feedback gezeigt hat, bemühen wir uns bereits in diesem Moment einen Ausweichtermin zu organisieren.

 

Weiter Informationen dazu findet Ihr bald hier oder auf unserer Facebookseite.

 

Eure Juso Hochschulgruppe

4. Mai 2017

19:30 Uhr

Hörsaal G, Hörsaalgebäude, Albertus-Magnus-Platz

Am 04.05 2017 möchten wir mit Euch und ausgewählten Experten analysieren, welche Auswirkungen die soziale Herkunft auf den Bildungserfolg hat.

Bei der Diskussion über soziale Gerechtigkeit nimmt die Bildungspolitik eine Schlüsselrolle ein, da hier scheinbar leicht Veränderungen herbeigeführt werden können. Doch wie gerecht ist unser Bildungssystem?

Trotz zahlreicher Maßnahmen, ist der Einfluss sozialer Herkunftsmuster auf den Bildungserfolg ungebrochen.

Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Schichten besuchen wesentlich seltener ein Gymnasium. Schüler mit Migrationshintergrund verlassen zehnmal häufiger ohne allgemeinen Abschluss die Schule. Weiterhin bleibt der Bildungsabschluss der Eltern das zuverlässigste Vorhersagekriterium für Studierwahrscheinlichkeit der Abiturienten.

Auch an der Universität werden Soziale Disparitäten deutlich. Beispielsweise beginnen Nachkommen niedriger sozialer Schichten deutlich seltener ein Masterstudium.

Als Grund für eine Entscheidung gegen ein Hochschulstudium werden oft Finanzierungsfragen angeführt, was die Bedeutung einer finanziellen Unterstützung herausstellt.

  • Welche Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs gibt es, wenn der Bildungsweg verwehrt bleibt?
  • Wie können Kinder aus Arbeiterfamilien ermutigt      werden?
  • Wie können gleiche Bildungschancen garantiert   werden?
  • Welche Maßnahmen werden gegen diesen Trend ergriffen?
  • Wie Möglichkeiten der Studienfinanzierung gibt es?
  • Wie wirken sich Studiengebühren    auf Studierbereitschaft aus?

Gerne möchten wir von Euren persönlichen Erfahrgen profitieren und gemeinsam mit den Experten die Lage an unserer Universität und im Land beleuchten.

 

 

Kölner Studierende im Dialog

#Weltfrauentag

Am 08.03.2017 fand unsere Veranstaltung mit dem Generalsekretär der NRW-SPD, André Stinka, regen Zulauf. Nachdem, zum Anlass des Weltfrauentages, Rosen auf dem Albertus Magnusplatz verteilt wurden, fanden sich die Besucher im trockenen Hörsaal XXI ein.

André, der selbst lange in Köln wohnte und arbeitete, stand dem Plenum Rede und Antwort, als das Wahlprogramm zur Landtagswahl 2017 kritisch geprüft wurde. So bot die Veranstaltung den Besucher*innen Raum, Fragen zu klären und dringende Bedürfnisse zu äußern, die so ein Ohr bei Verantwortlichen der Landespolitik fanden.  Es blühte eine besonders lebhafte Diskussion auf, als es um die Themen Bildungsetat, BAFöG und Wohnraumpolitik ging.

Vor allem bei letzterem stellte sich heraus, dass der Studienort Köln besondere Anforderungen an seine Studierenden stellt und somit eine Sonderrolle in der Politik einzunehmen hat.

Wir bedanken uns bei André Stinka, der uns die Möglichkeit gab, unsere alltäglichen und unsere hochschulpolitischen Anliegen vorzutragen.

André, Lena und Leon(v.l.n.r.) nach der Diskussion

 

KSTW steigt von Coca Cola auf Sinalco um!

Wir freuen uns, dass das Kölner Studierendenwerk weiterhin dem Mehrweg treu bleibt!
In diesem Zuge, gibt es in den Mensen und den Getränkeautomaten des KSTW demnächst anstatt Coca-Cola Sinalco zu trinken.
Damit verstärkt man den regionalen Bezug und setzt ein klares Signal für das nachhaltige Mehrwegsystem. Coca Cola Deutschland hatte im im Jahr 2015 angekündigt seine Produktion (0,5l Flasche) auf Einwegflaschen umzusetellen und war damit in die Kritik geraten.
Für ein ökologisches Angebot an unserer Universität haben wir uns, besonders durch unser Verwaltungsratsmitglied Patrick, stark gemacht und wollen dies auch in Zukunft tun.

Quelle: NABU „Der NABU-Mehrweg-Guide“

Nachlesen könnt ihr die Mitteilung des Studierendenwerkes hier:
Link zur Mitteilung des Kölner Studierendenwerks

Die Juso HSG Köln setzt sich intensiv mit den Möglichkeiten der Plastikreduktion auseinander und hat hierzu wichtige Anträge im Studierendenparlament gestellt. Der letzte hierzu liegt zwar schon ein bisschen zurück, hat aber keineswegs an Aktualität eingebüßt:
Link zum Antrag zur Reduktion des Plastikskonsums (2015)

Fest zu halten bleibt, dass Coca Cola als Marktführer im Segment auf Einwegpfand setzt. Das Kölner Studierendenwerk stellt sich nun gegen diesen Trend, indem es klarstellt, dass Wir diesen Weg nicht mitgehen.

Die Juso HSG begrüßt diesen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit!

Quelle: Bundesumweltministerium (Grafik Bayerischer Rundfunk)

Universitätswahlen 2016

Vom 12. bis zum 16. Dezember 2016 finden an der Universität zu Köln die alljährlichen Wahlen zu den studentischen und akademischen Organen statt.

Auch dieses Jahr kandidieren wir, die Juso Hochschulgruppe Köln, für das Studierendenparlament und unterstützen für den Senat „Das Original – Liste von Fachschaften“!

Unser Wahlprogramm

Übersicht:
I. Für ein zeitgemäßes Studium! (Studienbedingungen)
II. Innovation in der Lehre – jetzt! (Studienverbesserungen)
III. Für höhere Mobilität und Wohnraum!
IV. Für eine offene und soziale Hochschule!
V. Für Gleichstellung und Antidiskriminierung!
VI. Für eine ökologische Hochschule!
VII. Für eine barrierefreie Hochschule!
VIII. Wir gegen Rechts!

 

Für ein zeitgemäßes Studium! (Studienbedingungen)

Dass wir im Jahr 2016 leben, ist in unserem Studium noch nicht so recht angekommen: Obwohl die Anwesenheitspflicht seit über einem Jahr außer Kraft ist, geben einige Lehrende immer noch Listen herum. Das Latinum wird in einigen Fächern immer noch vorausgesetzt. Viele Bachelorstudierende bekommen keinen Masterplatz. Und aufgrund eines Streits mit der VG Wort ist nun auch die Bereitstellung der Lernunterlagen in ILIAS zunächst nicht mehr möglich. Dieses Szenario wird begleitet von existenziellen Fragen – Finanzierung, Seminarplatzmangel, Leistungsdruck: Schaffe ich das alles?

Die Juso HSG fordert eine Vollfinanzierung der Hochschulen durch das Land NRW. Dann können endlich Stellen geschaffen werden, um genügend Lehrveranstaltungen anzubieten. Auch der Übergang zu einem Masterstudium muss durch einen Rechtsanspruch auf einen Platz sichergestellt sein. Wir setzen uns dafür ein, dass die Latinumspflicht abgeschafft wird und durch Kurse, für die man CP’s erhält, ersetzt werden kann. Außerdem kämpfen wir dafür, dass ein Studium für alle möglich ist: das bedeutet für uns einerseits, dass digitale Lehrmaterialien bereitgestellt werden. Andererseits müssen mit einer elternunabhängigen Studienfinanzierung sowie dem Abbau sozialer und räumlicher Barrieren ein selbstbestimmtes Studium ermöglicht werden.


Innovation in der Lehre – jetzt! (Studienverbesserungen)

Der technische Fortschritt beeinflusst inzwischen alle Bereiche unseres Lebens. Fast alle unter uns verwenden inzwischen mobile Endgeräte wie Laptops, Smartphones oder Tablets und tragen somit zu dieser Entwicklung einen großen Teil bei. Dieser Trend hat jedoch bisher kaum auf die Hochschullehre Einfluss gehabt. Das veraltete „Lehrer-Schüler“-Verhältnis gibt es in den meisten Lehrveranstaltungen noch immer. Zudem binden einige Lehrende die neuesten Forschungsstände nicht in ihre Veranstaltungen ein. Neue Lehrkonzepte werden häufig gar nicht eingebunden. Viele Lehrende haben zudem keine Motivation oder keine Zeit dazu, sich in diesem Bereich weiterzubilden.

Die Juso HSG fordert, die Potentiale der Digitalisierung in der Lehre zu nutzen! Dozierende sollen neue Lehrkonzepte erlernen, um ihre Lehrinhalte besser und moderner vermitteln zu können. Aktuelle Forschungsergebnisse müssen stärker in die Lehre eingepflegt werden. Wir fordern außerdem, dass bei der Einrichtung neuer Professuren das Studienangebot pluraler gestaltet wird.


Für höhere Mobilität und mehr Wohnraum!

Die Preise für Wohnraum steigen immer weiter. Studierende können es sich immer seltener leisten, in Köln nahe der Uni zu wohnen. Sie werden nach und nach aus Köln verdrängt. Während die Mieten in die Höhe schießen, verkauft die Stadt Grundstücke an private Investoren und nicht an das Kölner Studierendenwerk (KStW), das bezahlbaren Wohnraum bietet. Auch die eingeschränkte Mobilität ist neben dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum ein wichtiger Faktor. In einer Metropole wie Köln sollte der öffentliche Nahverkehr auch zu Nachtzeiten gut funktionieren. Die Realität sieht jedoch anders aus. Auch bezüglich des Radverkehrs hat Köln noch viel Nachholbedarf, da die Radwege zum Teil in einem schrecklichen Zustand sind – wenn sie vorhanden sind.

Die Juso HSG fordert die Stadt dazu auf, ihre Grundstücke nicht nur profitorientiert, sondern sie stattdessen dem KStW zu fairen Preisen zu verkaufen. Sozialer Wohnungsbau muss durch das Land stärker gefördert werden. Wir wollen, dass alle, die in Köln studieren, hier zu fairen Mieten wohnen können. Für die Randlagen Kölns fordern wir außerdem einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel; insbesondere eine höhere Taktung der Buslinen 142 und der Linie 18! Die Juso HSG fordert die Universität auf, stärker mit der Stadt zu kooperien, um das Fahrradnetz rund um die Universität zu verbessern und die Attraktivität für Radfahrer*innen zu erhöhen. Daher sprechen wir uns ausdrücklich für den Bau einer Fahrradtiefgarage am Albertus-Magnus-Platz aus.


Für eine offene und soziale Hochschule!

Unsere Uni muss für alle Studieninteressierte unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder anderen äußeren Merkmalen zugänglich sein. Aus diesem Grund sollten auch für ausländische Studierende die gleichen Zugangsbedingungen wie für inländische Studis gelten. Momentan haben ausländische Studierende höhere Kosten u.a. durch Sperrkonten und kostenpflichtige Sprachkurse.

Wir als Juso Hochschulgruppe fordern Gebührenfreiheit für alle Studierenden unabhänig vom Geburtstsland und Staatsangehörigkeit. Weiterhin fordern wir einen erleichterten Studieneinstieg durch kostenfreie Sprachkurse für ausländische Studierende. Es muss Changengleichheit für alle Studierenden bestehen. Wir fordern außerdem, dass Geflüchtete die Möglichkeit eines Studieneinstiegs erhalten, ohne dafür um die begrenzten Plätze für ausländische Studierende kämpfen zu müssen. Wir fordern die Universität dazu auf, extra Kontigente für Geflüchtete, z.B. durch Fördermittel des Bundes, bereitzustellen.

Die Universität sollte die Lebensumstände aller Studierenden berücksichtigen. Viele Studierende haben neben der Universität auch andere Verpflichtungen, die ihren Zeitplan begrenzen. Sei es der Nebenjob zur Finanzierung oder das eigene Kind, es gibt viele Gründe warum für einige Studierende eine flexible Zeitgestaltung wichtig ist.

Wir fordern daher eine konsequentere Umsetzung der Rechtslage zur Anwesenheitspflicht. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass mehr Vorlesungen aufgezeichnet und auf ILIAS zur Verfügung gestellt werden. Außerdem fordern wir die Einführung eines kostenfreien Teilzeitstudiums.


Für Gleichstellung und Antidiskriminierung!

Eine AStA-Umfrage im Januar diesen Jahres hat bewiesen: Rassismus, Sexismus, Homo-, Transphobie und weitere Arten der Diskriminierung sind immer noch Teil des universitären Alltags. Diskriminierende Dozent*innen, verbale Übergriffe und Anfeindungen gegenüber Angehörigen bestimmter Gruppen sind leider keine Seltenheit. Doch die Benachteiligungen sind oft auch struktureller Natur: So ist z.B. die Anzahl weiblicher Studierender in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen, trotzdem ist nur jede vierte Professur mit einer Frau* besetzt.

Die Juso HSG fordert eine Fortsetzung der erfolgreichen AStA-Aktionen gegen Diskriminierung: die Aktionswochen gegen Antisemitismus, die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie, sowie das festival contre le racisme müssen erneut durchgeführt werden. Zudem fordern wir eine Stärkung der Autonomen Referate, die wichtige Arbeit gegen Diskriminierung und für die Intressenwahrnehmung strukturell benachteiligter Gruppen leisten. Außerdem fordern wir die Universität auf, den Einstieg in wissenschaftliche Berufe frauen*freundlicher zu gestalten, um mehr Frauen* eine akademische Karriere zu ermöglichen.


Für eine ökologische Hochschule!

Während rückständige Parteien auf bundesweiter Ebene in unterschiedlichen Ländern mit der Leugnung des Klimawandels auf Stimmenfang gehen, sehen wir die Gesellschaft in der Pflicht, die Herausforderungen der Erderwärmung anzunehmen. Dabei muss die Hochschule eine Vorbildfunktion einnehmen und Signale in die Gesellschaft aussenden.

Die Juso HSG fordert die Universität auf, ein ökologisch-nachhaltiges Gesamtkonzept für die nächsten Jahre zu erstellen. Lehrstühle sollen dazu aufgefordert werden, nur noch nachhaltiges Papier zu verwenden. Im Zuge einer Digitalisierung so vieler Lernunterlagen wie möglich soll -trotz des aktuellen Streits um die VG Wort- das Ziel sein, künftig kein Papier mehr in Lehrveranstaltungen austeilen zu müssen. Ausnahmen sollte es nur für Studierende geben, die nicht über mobile Endgeräte verfügen.

Wir fordern, bei Bauvorhaben nachhaltige Aspekte noch stärker in den Fokus zu nehmen. Das gilt insbesondere für das verwendete Baumaterial. Auf die Nutzung von herkömmlichem Beton, der beispielsweise eine Menge Sand beansprucht, sollte hierbei mit Bevorzugung nachhaltiger Materialien verzichtet werden.

Das Kölner Studierendenwerk muss den Beschluss des Studierendenparlaments zur Nutzung und Ausgabe nachhaltiger To-Go-Becher konsequenter umzusetzen. Die Mitarbeiter*innen sollen bevorzugt die Kaffeetassen anstelle der Wegwerfbecher ausgeben.


Für eine barrierefreie Hochschule!

Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen werden zu oft von ganzen Studiengängen praktisch komplett ausgeschlossen. Häufig sind Institute nur über normale Treppen, aber nicht mit einem Aufzug erreichbar. Das gilt besonders für Studiengänge an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Speziell Labore sind häufig nicht barrierefrei zugänglich. Auch in anderen Hörsälen ist die Barrierefreiheit meistens nicht vorhanden. Leider plante die Universität in der Vergangenheit ihre Gebäude wenn überhaupt für gehbehinderte Menschen barrierefrei – nicht aber für hör- oder sehgestörte. Der Neubau für die theoretische Physik ist beispielsweise für Menschen mit Hörschwäche nicht nutzbar.

Die Juso HSG fordert die Universität auf, die Studiengänge so zu gestalten, dass sie barrierefrei studierbar sind! Labore müssen barrierefrei erreichbar sein, damit die Studierenden dort ihre Praktika absolvieren können. Außerdem sollen in Hörsälen Lifte angebracht werden, um Menschen mit Behinderung eine freie Platzwahl zu ermöglichen. Bei inklusiven Umbaumaßnahmen muss auf die Belange aller Menschen mit Behinderungen geachtet werden, damit alle zu den Orten gelangen können, die sie für ihr Studium erreichen müssen!


Wir gegen Rechts!

Auch wenn es eine Selbstverständlichkeit für alle sein sollte, positionieren wir uns hier nochmals deutlich: Diskriminierung jeglicher Art hat an unserer Uni keinen Platz! Wir werden dieser immer entgegen treten, egal wo und wie sie sich äußert. In Zeiten, in denen Rechtsextreme unter dem Deckmantel des Populismus mittlerweile sogar in westlichen Regierungen herumspuken, müssen wir umso deutlicher Stellung beziehen. Obwohl es bislang keine offen rassistische Gruppe gibt, die zu den Wahlen antritt, sind die gefährlichen Tendenzen auch in der Studierendenschaft vorhanden.

Wir haben die gesamte bildungspolitische Arbeit des letzten AStA gestemmt und sind auch weiter dazu bereit. Der Antifa AK hat uns in Teilen dabei unterstützt und besitzt eine wichtige Funktion für die Studierendenschaft, weil er sowohl Informationen in sie hineinträgt, als auch extrem viel Aufklärungsarbeit für sie betreibt. Er muss weiter erhalten und finanziell in ausreichendem Maß gefördert werden. Bildungspolitisch, aufklärerisch und vor Ort gegen gemeingefährliche Tendenzen die Stimme zu erheben, ist für uns einer der wichtigsten Grundsätze unserer Arbeit – auch, weil bei uns einige von vielen Diskriminierungsformen Betroffene aktiv sind.



Allgemeine Informationen über die jährlichen Wahlen zum Studierendenparlaments an der Universität findet ihr unter: http://www.wahlen.uni-koeln.de/

Die diesjährige Wahlzeitung findet ihr hier: https://blog.uni-koeln.de/stupa-wahlen/wahlzeitung/

Ein Leben ohne Plastik?

Man sieht sie immer wieder die schockierenden Bilder von den Auswirkungen des menschlichen Plastikkonsums. Dabei sterben täglich zu viele Vögel und Fische, weil sie Plastik essen oder andere Tiere verspeisen die Plastik in sich tragen.
Es werden jährlich weltweit bis zu 250 Millionen Tonnen Plastik produziert.
Die Bloggerin Nadine Schubert hat sich mit dem Thema plastikfreies Leben befasst und es mehr oder weniger zu ihrer Lebensaufgabe gemacht Plastik zu vermeiden. In dem Artikel von Deutschlandradio Kultur wird beschrieben wie sie ihr Leben nach und nach plastikfreier macht.

Deutschlandradio Kultur

Was geht uns das an?
Wir können an der Hochschule umweltfreundliche Verfahren entwickeln. Wir können über unsere Abläufe und über die Lehre nachdenken. Einen ersten Schritt haben wir versucht zu veranlassen. Die Juso Hochschulgruppe hat im Studierendenparlament einen Antrag gestellt, die Anzahl an Plastikbechern im TO TO Bereich des KSTW zu reduzieren und durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen.

Antrag im 60. Studierendenparlament

Gemeinsame Pressemitteilung: Keine Zensur von Kritik an Sexismus

Studierendenschaften und Studierendenverbände veröffentlichen „verbotene“ Kritik an Pick-up-Artists (PM diverser Studierendenvertretungen und -verbände, darunter auch unseres Dachverbandes, den Juso-Hochschulgruppen)

Am heutigen Freitag setzen bundesweit zahlreiche Studierendenvertretungen und -verbände ein Zeichen gegen sogenannte „Pick-up-Artists“. Sie veröffentlichen zeitgleich um 11 Uhr zwei Artikel zum Thema, auf deren Publikation sich eine Verurteilung seitens des Oberlandesgerichts Frankfurt bezieht.

Anlass für unser gemeinsames Auftreten ist der Gerichtsprozess, in welchem sich aktuell die Studierendenschaft der Universität Frankfurt befindet. In ihrer studentischen Zeitung sind zwei Artikel veröffentlicht worden, die sich gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und „Pick-up-Artists“ im Besonderen wenden. Gegen diese Artikel wurde von einem „Pick-Up-Artist“ Beschwerde eingelegt, weil er und seine Tätigkeiten am betreffenden Campus kritisiert werden. Nachdem das Landgericht die Beschwerde im Sinne des Presserechts abgelehnt hat, ging er in die nächste Instanz. Beim Oberlandesgericht erreichte er eine einstweilige Verfügung, weil die Studierendenvertretung mit der Freigabe eines solchen Artikels zum einen Persönlichkeitsrechte verletze, aber vor allem auch ihr Mandat überschritten hätte. Das heißt, zur Debatte steht damit auch die Kritik an Sexismus und die Frage, ob und wie Studierendenvertretungen eine solche üben dürfen.

Als studentische Organisationen veröffentlichen wir alle in Rede stehenden Artikel, um die notwendige Kritik an der sexualisierten Gewalt von „Pick-up-Artists“ zu stärken, statt sich einer Zensur zu fügen. Die Vertretungen und Verbände sind sich einig darin, dass Sexismus und männliche Gewalt gegen Frauen* auch im Kontext der Hochschule kritisiert werden muss. Einerseits gebietet Unrecht, dass es im Rahmen einer zivilen Öffentlichkeit kritisiert werden muss und andererseits ist es nicht von der Hand zu weisen, dass eben auch in Hochschulen, wie die Artikel zeigen, sexualisierte Gewalt stattfindet – denn Sexisten nutzen auch diese Räume für ihre Aktivitäten. Es wäre ein fragwürdiges Zeichen, wenn der Presse oder studentischen Vertretungsorganisationen verboten würde, Kritik an Diskriminierung und Gewalt(aufrufen) zu üben. Daher halten wir eine Konfrontation für unvermeidlich.

Mit der heutigen Aktion möchten wir unterstreichen, dass der AStA Frankfurt und die Autor*innen der Artikel nicht allein in ihrem Kampf gegen sexistische und sexualisierte Gewalt an den Hochschulen und darüber hinaus stehen. Die unterzeichnenden Organisationen werden sich nicht in ihrem Recht auf Publikationsfreiheit einschränken lassen und weiterhin über Gewalt an und außerhalb der Hochschulen aufklären.

Der Euphemismus „Pick-Up-Artist“ bezeichnet keine harmlose Freizeitbeschäftigung sondern vielmehr handelt es sich explizit um psychische und physische Manipulationstechniken, die vorgeblich Durchsetzungsfähigkeit und Selbstsicherheit im Beruf und Alltag sichern sollen. Der „selbstsichere Mann“ wendet dann, gemäß der Erkenntnisse in den Seminaren, das Erlernte gegen Frauen* an. Dabei wird kein Widerstand, kein „Nein“, kein Desinteresse von Frauen* akzeptiert, sondern ignoriert. Dies führt so weit, dass Angehörige der Szene die Legalisierung von Vergewaltigungen und sexualisierter Gewalt fordern. Sensibilisierung und Aufklärung über diese Praktiken, das zugrundeliegende Frauen*bild und die dadurch entstehenden Gefahren für alle Frauen* und Mädchen ist nicht nur an den Hochschulen dringend nötig.

Die vom Oberlandesgericht Frankfurt angeführte Trennung von „Allgemeinpolitik“ und „Hochschulpolitik“ können wir nicht nachvollziehen. Dass die betreffenden Pick-up-Artists einer einschlägigen Firma ihre Gewalt auf den Campus ausdehnen zeigt, dass eine Trennung zwischen Hochschule und Gesellschaft nicht möglich ist. Wenn sich Studierendenschaften nicht mehr zu Sachverhalten, die auch außerhalb ihrer Hochschulen existieren, äußern können, werden sie de facto mundtot gemacht. Gegen diese Zensur setzen die teilnehmenden Studierendenschaften und Verbände ein klares Zeichen.

Unterstützer*innen:
– AStA Uni Hannover
– AStA Uni Marburg
– AStA FU Berlin
– AStA TU Berlin und Frauen*referat AStA TU Berlin
– AStA Uni Duisburg-Essen
– AStA Uni Lüneburg
– AStA/SprecherInnenrat Uni Passau
– campus:grün köln
– Campusgrün Bundesverband grüner und grün-alternativer Hochschulgruppen
– Die Linke.SDS
– freier zusammenschluss von student*innenschaften
– Juso-Hochschulgruppe Würzburg
– Juso-Hochschulgruppen
– LAK Niedersachsen
– Referat Gleichstellung und Referat Aktion der StuV Uni Würzburg
– RefRat HU Berlin (gesetzlich AStA)
– SDS.die Linke Hochschulgruppe Marburg

Zu den Veröffentlichungen:
www.jusohochschulgruppen.de
www.fzs.de

Nein zum Zwangswechsel – Keine Frist 2017!

Die drohenden Wechselfristen 2017 vom Bachelor 1.0 in den Bachelor 2.0 beschäftigen momentan viele Studierende.
Nachdem der SprecherInnenRat der Philosophischen Fakultät (Phil-SpRat) eine Petition gegen ebendiese Fristen gestartet und bis jetzt etwa 1600 Stimmen gesammelt hat und auch das Studierendenparlament sich gegen eine Frist 2017 ausgesprochen hat, gehen sowohl die Diskussionen als auch die Aktionen weiter.
Am vergangenen Montag, 1. Februar, gab es von Seiten des Phil-SpRats eine Kundgebung auf dem Albertus-Magnus-Platz, zu der etwa 150 Studierende kamen und ihren Unmut über die drohenden Fristen kundgaben. Auch wir von den Jusos waren natürlich mit vor Ort.

Zudem waren die Wechselfristen am heutigen Dienstag, 2. Februar, Thema in der Senatskommission für Studium, Lehre und die Belange der Studierenden (LSK). Dort ging es unter anderem um die Wechselformalitäten der Lehramtsstudiengänge, wo die Diskussion zwischen ProdekanInnen sowie studentischen VertreterInnen hitzig war.
Während die Studierenden die vielen offenen Fragen und Probleme bemängelten, wurde den Studierenden von Seiten der Dekane Stimmungsmache und Propaganda vorgeworfen.
Letztendlich verabschiedete die LSK mit 5 Stimmen der StudierendenvertreterInnen und 4 Gegenstimmen von Seiten der Prodekanate 2019 als finale Frist für Lehrämtler. Einzige Einschränkung soll sein, dass Studierende 2017 erklären müssen, dass sie mit einer Frist 2017 nicht einverstanden sind und gerne im Bachelor 1.0 weiterstudieren möchten. Des Weiteren darf es bei einem Wechsel keine Nachteile für Studierende geben. Obwohl noch keine finale Ordnung verabschiedet wurde, ist dies eine gute Empfehlung an den Senat.