Archiv für den Monat: Mai 2016

Antrag im Studierendenparlament: Raum der Stille

Für die kommende Sitzung des Studierendenparlaments am 30.05.2016 haben wir als Hochschulgruppe einen Antrag zum sogenannten „Raum der Stille“ erarbeitet.

Das Studierendenparlament begrüßt die Entscheidung der Universität zu Köln, einen sogenannten Raum der Stille einzurichten. Außerdem fordern wir die Universität auf, den Dialog zwischen Wissenschaft und Religion sowie den interreligiösen Dialog stärker zu fördern, z.B. in Form von Ringvorlesungen oder Podiumsdiskussionen.

Begründung:

Die Juso Hochschulgruppe sieht in der Einrichtung eines sogenannten „Raumes der Stille“ eine Chance, Studierenden eine Rückzugsmöglichkeit im universitären Alltag zu bieten und ihnen gleichzeitig einen Ort zum Beten zur Verfügung zu stellen.

Durch die Öffnung eines neutralen Raumes wird in niemandes Rechte eingegriffen, weshalb wir mit Unverständnis betrachten, dass andere Gruppen Anstoß an diesem Raum finden. Wir stellen uns mit diesem Antrag auch gegen die Skandalisierung, die der Schließung einzelner Räume der Stille in der Vergangenheit entgegengebracht wird und wurde und plädieren dafür, Vertrauen in die Studierenden der Universität zu Köln aufzubringen, anstatt sie unter Generalverdacht zu stellen. Zudem zeigt die Erfahrung anderer Universitäten (z.B. Bochum – das Konzept wurde dort sogar erweitert; Bremen, Düsseldorf, Freiburg, Göttingen, Kassel, Kiel, Lüneburg, Luzern, Oldenburg, Paderborn), dass dieses Konzept in der Praxis in vielen Fällen funktioniert. Dies ist oft einfachen Nutzungsordnungen zu verdanken, die es auch im Falle der Universität zu Köln geben wird. Der Raum bietet nicht nur Platz für – wie andere Gruppen sie betiteln – „religiös-spirituelle Bedürfnisse“, sondern gibt allen Studierenden die Möglichkeit, im hektischen Universitätsalltag zur Ruhe zu kommen. Er ist weder konfessionell noch ideologisch gebunden. Daher sehen wir die Rolle der Universität als unparteiischer und zur Neutralität verpflichteter, staatlicher Bildungseinrichtung durch die Einrichtung eines Raumes der Stille nicht gefährdet.

Als Juso Hochschulgruppe sehen wir zudem den Bedarf einer vermehrten Förderung des interreligiösen Dialogs gerade in Zeiten, in denen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Islamophobie und Xenophobie auf dem Vormarsch sind. Deswegen würden wir es begrüßen, wenn es im universitären Rahmen zusätzlich zum „Raum der Stille“ vermehrt Angebote für diesen interreligiösen Dialog geben würde.