Kategorien
Positionen SARS-CoV-2-Pandemie

Studentische Belastungen seit der Pandemie

Studien zeigen, dass sowohl die psychische als auch die finanzielle Situation der Studis sich seit Beginn der Pandemie stark verschlechtert haben. Nach über einem Jahr Studium im Home-Office fühlen sich viele Studierende vernachlässigt und von der Politik übergangen. Psychische Belastung, Angst vor der Verlängerung des Studiums, finanzielle Not, Verschuldung durch staatliche Überbrückungshilfen, keine sozialen Kontakte, schlechte digitale Ausstattung, mangelhafte Online-Lehre — die Liste, welche die letzten drei Semester beschreibt ist lang und frustrierend. 

Seit Langem fordern wir als Jusos die Öffnung des BAföGs, um zumindest den Studierenden finanziell unter die Arme zu greifen. Jedoch ist für uns auch klar, dass inzwischen die Höhe des eigenen Kontostands nicht mehr die einzige Sorge der Studierenden darstellt. Wir brauchen endlich nachhaltige Lösungen, damit die Sorgen im Studium endlich ein Ende haben! 

Quelle:

https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/zehn-prozent-der-studierenden-psychisch-belastet-3526/
https://www.pointer.de/studium/aktuelles/17079/asta-hamburg-umfrage.htm
Kategorien
Allgemein Positionen SARS-CoV-2-Pandemie

Gegen Klausurannulierungen & Kollektivstrafen an der Uni Köln

+++Gegen Kollektivstrafen für Studis!
Die Uni Köln ist selbst verantwortlich für ihr Prüfungs-Chaos+++

Wir fordern: Keine Prüfungs-Annullierungen, Sicherheit für alle Studis, Rückendeckung durch AStA & Fachschaften, vernünftig organisierte Online-Prüfungen!

  1. Die Universität darf den Studis keine Kollektivstrafen auferlegen und Klausuren auf keinen Fall in Gänze annullieren!

Letzte Woche ist bekannt geworden, dass es in den Klausuren des aktuellen Semesters vermehrt zu Täuschungs- und Betrugsversuchen gekommen ist. Vorab ist für uns klar, dass Täuschungsversuche nicht nur unfaire Vorteilsannahmen gegenüber gewissenhaften Studierenden sind, sondern die Integrität der Studierenden und das Vertrauen zwischen Lehre und Studierendenschaft beschädigen. Wer dabei erwischt wird, muss selbstverständlich, wie bei Präsenzprüfungen auch, mit Sanktionen rechnen. 

Allerdings ist für uns unverständlich, wie die Universität zu Köln mit dieser Problematik umgeht und versucht, die Studierendenschaft einzuschüchtern. 

Wenn die Universität in ihrer Mail selbst davon spricht, dass der Kreis der Täuscher*innen nur eine geringe Anzahl von Studierenden beträgt, gibt es keine Anhaltspunkte Klausuren gänzlich zu streichen und somit auch diejenigen zu bestrafen, die ihre Klausuren ehrlich absolviert haben. Solche Kollektivstrafen sind nicht hinnehmbar und auch juristisch höchst fragwürdig!

  1. Die Universität muss endlich verlässliche Online-Prüfungsformate für das kommende Semester anbieten!

Für uns ist auch klar: Die Universität hatte Monate Zeit, einen der Lehre und den Studierenden entsprechenden Plan zur vernünftigen Gestaltung der Klausurphase vorzulegen. Dies wurde auf ganzer Linie versäumt. Statt die Qualität der Klausuren und der Lehre in den vergangenen Online-Semestern zu evaluieren und daraus Lehren für das jetzige Wintersemester zu ziehen, schießt die Universität gegen die Studierenden, von denen schon jetzt viele durch die Pandemie sowohl finanziell als auch psychisch belastet sind. Die zusätzliche Androhung von Annullierungen zeigen, dass die Universität sich mäßig um die mentale Gesundheit ihrer Studierendenschaft bemüht. Nur weil die Uni schlechte Presse für ihr Prüfungs-Chaos bekommen hat, kann es nicht sein, dass auch unschuldige Studis jetzt als Sündenböcke herhalten müssen.

  1. Der AStA und die Fachschaften dürfen zum Unmut der Studis nicht schweigen und müssen sich klar zu den Belangen der Studierendenschaft positionieren.

Fachschaftsvertreter*innen und der AStA sind gewählt, um die Interessen der Studierendenschaft gegenüber der Uni zu vertreten. Das Problem der Täuschungsversuche zu thematisieren ist selbstverständlich richtig. Es kann aber nicht sein, dass, wie durch einzelne Fachschaften in Chat-Gruppen geschehen, die Androhung von Kollektivstrafen ohne eine kritische Auseinandersetzung weiterverbreitet wird. Fachschaften dürfen nicht einfach Befehlsempfängerinnen der Prüfungsämter oder Fakultäten sein. Entsprechend aufgeheizt und angespannt war die Stimmung unter den Studierenden in den letzten Tagen.
Wir hoffen, dass AStA und Fachschaften sich unmissverständlich mit der Studierendenschaft solidarisieren und gegenüber der Uni klarstellen, dass Prüfungsannulierungen inakzeptabel sind.

  1. Die Prüfungsämter und das Rektorat müssen zügig zu einem klaren Ergebnis kommen, damit Studis nicht mehr in Ungewissheit über ihre Klausuren und den weiteren Verlauf ihres Studiums gelassen werden.

Sowohl bei bereits geschriebenen als auch bei noch anstehenden Klausuren herrscht große Unsicherheit in der Studierendenschaft. In der vom Rektorat versendeten E‑Mail ist die Rede von Sanktionen für alle Klausuren, bei denen Täuschungsversuche bekannt seien. Im Nachhinein Klausurbedingungen zu ändern, indem eine kollektive Wiederholung der Klausur gefordert wird, ist für uns ein klares No Go! Wenn es handfeste Beweise einer Täuschung gegen einzelne Studierende gibt, dann müssen die nötigen und allgemein bekannten Konsequenzen gezogen werden. Jedoch zählen Screenshots aus anonymen Messengergruppen nicht dazu.

Kategorien
Positionen SARS-CoV-2-Pandemie

Digitale Lehre an der Universität zu Köln

Diese Woche hat das neue Semester begonnen. Für uns ist klar: die Lehre im Sommersemester 2020 stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Wir stellen uns dieser Herausforderung und wollen gemeinsam Anstöße geben, damit digitale Lehre an unserer Universität keine leere Versprechung bleibt.

Dazu fordern wir die Universität zu Köln auf, sich um folgende Probleme zu kümmern:

1. Studierende dürfen keine Benachteiligungen durch fehlende technische Ausstattung erfahren. Chancengerechtigkeit muss auch bei digitaler Lehre gewährleistet bleiben.

2. Studierende müssen bei der Erarbeitung von digitalen Lehr- und Lernkonzepten eng mit eingebunden werden. Die Fakultäten sollten in engem Kontakt zu den studentischen Vertreter*innen in den Fakultäts- bzw. Fachschaftsräten stehen und einzelne Institute sollten eng mit den zuständigen Fachschaften zusammenarbeiten. 

3. Das Rektorat sollte eine klare Linie in Sachen digitaler Lehre vorgeben. Die teilweise sehr unterschiedliche Handhabung der aktuellen Lage durch die Fakultäten führt bei vielen Studierenden zu immensen Problemen in ihrer Studienplanung.

Um diese Forderungen nachdrücklich umzusetzen richten wir uns an dieser Stelle auch an den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Besonders das Referat für Lehre und Studium und das Fachschaftenreferat sind hier gefragt.

Aktuelle Informationen, die an den selbsternannten “Fachschaften-AStA” herangetragen werden, müssen umgehend die Fachschaften an der Universität erreichen, damit diese das nötige Handwerkszeug haben, um der Situation angemessen zu begegnen. Es kann nicht sein, dass kleine Fachschaften Wochen nach der verschärfung der Situation das erste mal vom AStA hören und sonst nur zufällig an aktuelle Informationen gelangen.

Das Referat für Lehre und Studium sollte sich aktiv mit dem Prorektorat für Studium und Lehre und den einzelnen Fakultäten auseinandersetzen. Hier muss eine bessere und transparentere Kommunikation über die aktuelle Lernsituation eingefordert werden. Die wichtigen Informationen aus diesen Gesprächen sollten zudem umgehend den Fachschaften zur Verfügung gestellt werden. 

Wir fordern eine transparente Arbeit in der Studierendenschaft und einen AStA, der sich darum bemüht seine internen Defizite aufzuarbeiten. 

Kategorien
Allgemein Positionen SARS-CoV-2-Pandemie

Unsere Forderungen zur Bewältigung der SARS-CoV-2- Pandemie

Wir haben uns viele Gedanken über die aktuelle Situation von Studierenden und unserer Studierendenschaft gemacht. Dabei sind wir zu folgenden Schlüssen gekommen:

Finanzielle Situation von Studierenden:

Angesichts der Tatsache, dass 78% der Studierenden in Köln neben ihrem Studium einer Nebentätigkeit nachgehen müssen, um ihren Unterhalt zu finanzieren, ist davon auszugehen, dass viele Studierende der Universität zu Köln durch die Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV‑2 in den nächsten Wochen und Monaten in eine finanzielle Notlage geraten werden, weil sie ihren Nebentätigkeiten nicht mehr nachgehen können. Um diese Not für möglichst viele Studierende zu lindern, fordern wir:

…  dass Studierende 3.000€ Soforthilfe vom Staat erhalten und wünschen uns, dass die Petition, die der AStA und auch die Juso Hochschulgruppe bereits unterstützen, weiter beworben wird.

…  dass sich der AStA dafür einsetzt, dass das BAföG mittelfristig so erweitert wird, dass es alle Studierende in finanzieller Notlage unterstützen kann. (Stichwort: alters- und elternunabhängiges BAföG und BAföG-Erhöhung)

Da die Studierendenschaft über die Möglichkeit verfügt einzelnen Studierenden in finanzieller Notlage Darlehen zu gewähren, fordern wir:

…  dass die Zwölftelregelung für den Kurzdarlehen-Titel schnellstmöglich aufgehoben wird, um zu gewährleisten, dass alle Studierenden, die Kurzdarlehen beantragen, auch bedacht werden können.

…  dass Darlehen von bisher 300€ auf 500€ aufgestockt werden.

…  dass die Vergabekriterien und Rückzahlungsmodalitäten gelockert werden.

…  dass eine Hilfskraft, die im Servicepoint angestellt ist, oder eine Projektleitung im Sozialreferat damit beauftragt wird die AStA-Kasse bei der Abwicklung des zu erwartenden Mehraufwands zu unterstützen.

…  dass das Angebot mehr beworben wird.


Nichtsemester bzw. Optionssemester:

Das kommende Sommersemester wird wie oben bereits beschrieben viele Studierende vor enorme Herausforderungen stellen. Viele Studierende müssen in der kommenden Zeit Care- Verpflichtungen nachgehen, verfügen nicht über die notwendige technische Ausstattung oder können nicht die von der Universität gestellte Infrastruktur nutzen. Deswegen fordern wir:

…dass der AStA die Petition für ein “Nichtsemester” unterstützt. Dabei muss die Devise gelten “Alles kann, nichts muss” weswegen wir eher von einem “Optionssemester” sprechen. Auch mit Blick auf die prekäre Lage im wissenschaftlichen Mittelbau ist diese Petition zu unterstützen.

Lehre:

Für uns ist klar, dass die Lehre im kommenden Semester höchstwahrscheinlich nur digital und ohne Präsenzlehre stattfinden wird. Um den Umschwung zu digitaler Lehre gerecht und fair zu organisieren, benötigt es eine transparente Einbeziehung der Studierendenschaft. Folglich fordern wir:

…  dass Studierende keine Benachteiligung durch fehlende technische Ausstattung erfahren. Chancengerechtigkeit muss auch bei digitaler Lehre gewährleistet bleiben.

…  dass die Studierenden bei der Erarbeitung von digitalen Lehr- und Lernkonzepten ernsthaft eingebunden werden über die Fachschaften und auch das Lehrereferat des AStA.

…  dass der AStA sich gegen Alleingänge einzelner Fakultäten einsetzt und von den Fakultäten bessere eine Kommunikation über die aktuelle Lehrsituation einfordert.

… dass die Unterstützung der Position sich nicht auf moralische Aspekte beschränkt, sondern sich in der politischen Arbeit des AStA widerspiegelt.

… dass der AStA sich um einen Sitz im Krisenstab der Universität bemüht.


Öffentlichkeitsarbeit:

Die Universität zu Köln ist in normalen Zeiten bereits ein schwierig zu navigierender Kosmos. Gerade in der aktuellen Situation brauchen Studierende allerdings viel mehr Informationen darüber wie sie ihr Studium und ihren Studienalltag organisieren können. Dem AStA fällt dabei eine tragende Rolle zu, da er die Informationen für Studierende bündeln und einordnen kann. Diese Rolle füllt er derzeit leider nicht aus. Deswegen fordern wir:

… dass der AStA zusammen mit den Fachschaften präsenter werden muss. Studierende müssen über aktuelle Entwicklungen zügig informiert werden. Dabei kann auch auf eigene Angebote hingewiesen werden wie bspw. die Kurzdarlehen (s.o.), die
zu können. Derzeit scheint niemand zu wissen, was der Komplex “Digitale Lehre” eigentlich alles umfasst. Die Studierendenschaft muss diese Defizite intern beheben.


Vernetzung:

Nicht nur die Studierenden an der Universität zu Köln stehen vor großen Herausforderungen angesichts der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie. Deswegen ist es sinnvoll, sich verstärkt zu vernetzen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Daher fordern wir:

…  dass der AStA in einen stetigen Austausch mit dem Landes-ASten-Treffen, weiteren Kölner ASten und Funktionsträger*innen in Politik und Gesellschaft tritt, um auf die prekäre Lage der Studierenden hinzuweisen.

…  dass der AStA Petitionen und Bündnisse zur Verbesserung der Lebenssituation von Studierenden aktiv unterstützt.