Kategorien
Allgemein Positionen Wahlen

Wahlprogramm — Studentische Wahlen vom 15.11. bis zum 19.11.2021 an der Universität zu Köln

Die Juso Hochschulgruppe Köln setzt sich für ein Studium ein, das alle Studierenden frei von finanziellen und sozialen Zwängen absolvieren können. Im Fokus unserer Arbeit stehen dementsprechend die Studierenden — und damit der Einsatz für bessere Studienbedingungen, mehr studentischen Wohnraum, Beiträge zu verbesserter Mobilität und mehr Nachhaltigkeit und Inklusion an der Universität, sowie gegen jegliche sozialen Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen, die diesen Punkten entgegenstehen. Um diese Ziele zu erreichen brauchen wir eine Studierendenvertretung, die sich politisch engagiert und auch politische Bildung in der Studierendenschaft fördert.

Diese übergeordneten Themen möchten wir weiterhin den Gremien der studentischen Selbstverwaltung und der Universität weiterhin aktiv angehen.

 Folgende Unterpunkte liegen uns dabei besonders am Herzen:

1. Nicht zurück zu normal – Weniger Belastung und bessere Studienbedingungen als Lehren aus Corona

Aufgrund Corona bemerken wir aktuell dieses Problem mehr denn je. So ist der Anteil der Studierenden mit psychischer Beeinträchtigung von 2012 bis 2020 von 3% auf 10% angestiegen. Hinzu kommt eine Dunkelziffer, die sicherlich höher liegt. Grund hierfür ist unter anderem der steigende Stress im Uni-Alltag und der Druck mit dem viele Studierende arbeiten müssen. So sitzen Studierende noch bis tief in die Nacht in der Bibliothek, um für eine Prüfung am nächsten Tag zu lernen, obwohl sie schon seit 3 Wochen fit sind. 

Dieser psychische Druck hat sich nun durch Corona nochmal verstärkt

Durch die andauernde Digital-Lehre an der Uni hat sich der soziale Alltag mehr denn je vor den Laptop in einem 10 qm Zimmer verschoben. Hier sitzen Studierende dann stundenlang vor dem Bildschirm ohne einen persönlichen Austausch mit Kommiliton*innen. 

Viele Studis beklagen den immensen Druck, der durch die entstandene Einsamkeit noch verstärkt wurde. Viele haben infolgedessen das Studium abgebrochen oder gar nicht erst begonnen. Viele wissen nicht was es bedeutet zu studieren und viele wiederum verlieren sich in diesem Leben. Um diese Belastungen zu verringern, fordern wir: 

Die Juso HSG fordert daher:

  • 2. Mahnung vor Exmatrikulation auf schriftlichen Weg
  • Nachschreibetermine im gleichen Semester 
  • Mehr und bessere Lernplätze 
  • Abschaffung der Maskenpflicht am Platz (Aber 3G-Regel)
  • Regelstudienzeit abschaffen 
  • Modul im Studium Integrale für eigenen Umgang mit psychischen Problemen 
  • Beratungsstelle für psychische Probleme wieder Face-to-Face
  • Mehr Werbung für bestehende Angebote 
  • Jura: Platzgarantie in AGs für alle Studierende

2. Keine Ausnahme — Studentische Arbeitsbedingungen und TVStud

Die ca. 2.000 studentischen Hilfskräfte (“SHKs”) gehören zum Rückgrat von Lehre und Forschung an der Uni Köln. Ohne sie würden viele Tutorien und Seminare nicht mehr stattfinden, die Bibliotheken müssten schließen und noch vieles mehr.
Trotzdem sind die Arbeitsbedingungen für SHKs miserabel. Kettenbefristungen von oft nur 6 Monaten oder weniger führen zu ständiger Unsicherheit, die Urlaubsansprüche sind ungenügend geregelt oder viel zu gering. Auch eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall muss selbstverständlich werden. Und vor allem: Die Löhne von 10,20 € pro Stunde müssen auf ein existenzsicherndes Niveau steigen und für die Menschen, die von ihrem Nebenjob abhängig sind, auch zum Leben in einer teuren Stadt wie Köln reichen!
Dazu kommt, dass Studierende in einem Machtverhältnis zu ihren Arbeitgeber*innen stehen und sich oft nicht trauen, Probleme anzusprechen, wenn der*die Chef*in beispielsweise gleichzeitig auch der*die eigene Dozent*in ist.

Alle genannten Verbesserungen sind für alle anderen Angestellten, egal ob Hausmeister*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen oder Verwaltungsmitarbeiter*innen, längst Standard. Denn sie alle sind geschützt durch den Tarifvertrag der Länder. Wir als Juso-Hochschulgruppe stellen uns daher hinter die bundesweite TVStud-Initiative, die Kölner TVStud-Bewegung und die Gewerkschaften. TVStud ist eine Bewegung von studentischen Beschäftigten in vielen Städten Deutschlands, die sich für einen Tarifvertrag und bessere Arbeitsbedingungen einsetzt.

Die SHK-Räte an den Hochschulen in NRW sind gefährdet, seitdem diese durch das neue “Hochschulfreiheitsgesetz” der schwarz-gelben Landesregierung nicht mehr verpflichtend sind. Diese Bedrohung der demokratischen Teilhabe lehnen wir ab, Mitbestimmung der studentischen Beschäftigten ist für uns nicht verhandelbar!

Die Juso HSG fordert daher:

  • Erhalt des SHK-Rats an der Uni Köln
  • Im AStA wollen wir sich organisierende SHKs und die TVStud-Initiative fördern
  • Mehr Auskünfte über Arbfeitsbedingungen von SHKs an der Uni Köln und keine Blockadehaltung durch die Uni
  • Einführung eines Tarifvertrags für studentische Beschäftigte (TVStud) in NRW bzw. Integrierung dieser in den TVL (Tarifvertrag der Länder)
  • Damit einhergehend unterstützen wir die Forderungen von TVStud Köln:
    Höhere und regelmäßig steigende Löhne; Mindestvertragslaufzeiten; klare Urlaubsansprüche; Lohnfortzahlung im Krankheitsfall; Mitbestimmung z.B in Personalräten

3. Reiche Eltern für Alle! — Offene und soziale Hochschule durch gerechtes Bafög und Chancengleichheit

Unsere Uni muss für alle Studieninteressierten unabhängig von ihrer Herkunft zugänglich sein. Niemand darf schlechtere Chancen sowohl auf einen Studienplatz als auch auf einen Erfolg des Studiums haben, nur weil er oder sie als erste*r in seiner Familie studiert, keine deutsche Staatsbürgerschaft hat, oder aus verschiedenen Gründen wie einer Schwangerschaft länger studiert. Wir setzen uns daher für ein freies, gleiches und flexibles Studium für Alle ein.
Aus diesem Grund sollten für ausländische Studierende die gleichen Zugangsbedingungen wie für inländische Studis gelten, es darf keine zusätzlichen (finanziellen) Hürden geben. Dies gilt selbstverständlich auch für finanziell schwächere Studierende. Bildung und Wissenschaft dürfen als wertvolle gesellschaftliche Güter nicht an die finanziellen Möglichkeiten eines Menschen gekoppelt sein.

Als Instrument zur Herstellung von Chancengleichheit muss deswegen das BAföG endlich reformiert und deutlich ausgebaut werden. In diesem Jahr “feiert” das BAföG 50-jähriges Jubiläum, bei der Einführung wurde fast die Hälfte der Studierenden gefördert, heute sind es nur noch 10(!) %. Und noch viel schlimmer: Nur die Hälfte der Studis aus Arbeiter*innen-Haushalten bekommen BAföG. Das ist für uns nicht hinnehmbar!
Die Universität soll die Lebensumstände aller Studierenden berücksichtigen. Denn viele haben neben der Universität auch andere Verpflichtungen, die ihren Zeitplan begrenzen. Sei es der Nebenjob zur Finanzierung oder das eigene Kind — es gibt zahlreiche Gründe, warum für einige Studierende eine flexible Zeitgestaltung wichtig ist. All dies ist erforderlich, damit die Universität zu Köln ein Ort des Wohlfühlens und Oase des Proletariats sein kann.

Die Juso HSG fordert daher:

  • Gebührenfreiheit für alle Studierenden unabhängig von Geburtsland und Staatsangehörigkeit
  • einen höheren BAföG-Satz und weniger Bürokratie beim BAföG-Antrag
  • familien, alters‑, regelstudienzeit‑, einkommen‑, leistungsunabhängiges BAföG als 100%-igen Vollzuschuss 
  • kostenfreie Sprachkurse für ausländische Studierende.
  • Die Abschaffung der Regelstudienzeit und die Einführung eines kostenlosen Teilzeitstudiums
  • Politischer und praktische Unterstützung des AStA für die autonomen Referate, die benachteiligte Studierende unterstützen: Autonomes Elternreferat, BiPoC-Referat, Referat für antiklassistisches Empowerment, autonomes Ausländer*innenreferat, autonomes Queerreferat, autonomes Referat Studieren ohne Schranken

4. Uni 4.0 – Juso HSG für mehr Digitalisierung in Lehre und Verwaltung

Digitale Lehre

Wir befinden uns nun im vierten Corona-Semester. Vorlesungen, die digital nur von einem leeren Ilias-Ordner begleitet wurden fanden bis zuletzt ausschließlich online statt. Datenschutzrechtliche Probleme, die stets als Einwand gegen Live-Übertragungen von Vorlesungen eingebracht wurden, konnten schlagartig gelöst werden. Zwei Jahre lang haben Studierende nun erlebt, wie digitale Lehre funktionieren kann — dennoch hat die Universität zu Köln in Sachen Digitalisierung der Lehre längst nicht ihre Höchstleistung erreicht. 

Manche Professor*innen luden in den vergangenen Semestern ausschließlich Audio-Aufnahmen als Vorlesungen hoch, die Studis mit einer dazugehörigen Powerpoint-Präsentation begleiten sollten. Um solche Vorlesungen ohne ständiges wechseln des Fensters — etwa zum zurückspulen, nachlesen oder korrigieren — zu hören, brauchen manche Studis drei Endgeräte: eines, um die Audiodatei abzuspielen, eines, um die Powerpoint-Folien lesen zu können und eines, um am Laptop mitzutippen. 

Gerade Studis die Hör- oder Sehschwächen haben, sind davon betroffen. Die Umsetzung dieser Form von digitaler Lehre scheitert nicht nur an der Größe des Schreibtischs. Eine Vielzahl von Studis kann sich so viele Endgeräte schlicht nicht leisten. 

Die vergangenen Semester haben aber auch gezeigt, dass das Problem nicht immer auf Seiten der Studis behandelt werden muss. Selbst im dritten digitalen Semester kam es vor, dass Lehrkräfte ganze Vorlesungen ausfallen lassen mussten, weil sie ihre Folien während Zoom-Meetings nicht einblenden konnten. Das zeigt zum einen, dass Lehrkräfte digital viel breiter aufgestellt werden müssen

Zum anderen zeigt es aber auch, dass Lehrkräfte sich in Sachen Digitalisierung viel zu stark auf ihren studentischen Hilfskräften und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen ausgeruht haben —  und es immernoch tun. 

Nun hat aber ein neuer Abschnitt der Lehre während Corona begonnen. Manche Vorlesungen sind schon zur Präsenz zurückgekehrt. Da aber nicht alle Vorlesungen in Präsenz stattfinden, müssen sich Studis teilweise unmittelbar nach einer Präsenzveranstaltung bei einem Zoom-Meeting zuschalten.

Dabei zeigt sich erneut ein Problem, dass schon weit vor Corona bestand und jetzt nur verschärft wurde. Es gibt zu wenige Arbeitsplätze an der Universität zu Köln. Wir als Juso-Hochschulgruppe wollen uns deshalb dafür einsetzen, dass die Universität zu Köln Arbeits- und Lernplätzen endlich Priorität gibt. 

Und auch wenn wir noch abwarten müssen, wie die Universität zu Köln die digitale Lehre im Laufe dieses ersten Hybrid-Semesters anpasst, fordern wir, dass diese Punkte auch über Corona hinweg behandelt werden!

Die Juso HSG fordert daher:

  • Ein verpflichtendes Seminar zur Nutzung verschiedener digitaler Tools für alle Lehrkräfte
  • leicht nutzbare und einheitliche Tools für Online Vorlesungen
  • Den Erhalt von digitalen Angeboten zur dezentralen Verfolgung von Vorlesungen 
  • mehr Laptops beim Notebookverleih des AStAs
  • Mehr Open-Source Zugang zu Standardwerken 

Digitale Verwaltung 

Eine moderne Universität braucht eine digitalisierte Verwaltung. Eine Bearbeitungszeit von bis zu fünf Werktagen bei E‑Mail Anfragen an das Studierendensekretariat ist dabei nicht hinnehmbar und insbesondere gegenüber Erstsemestern unfair. Wir fordern daher eine Verkürzung des Bearbeitungszeitraums auf maximal einen Werktag. 

Um das in der Praxis umzusetzen muss zweierlei passieren. Zum einen muss das Studierendensekretariat personell aufgestockt werden. Hier ist uns wichtig, dass die neuen Beschäftigten unbefristete Arbeitsverträge erhalten und nach Tarif bezahlt werden. Nur so kann die Universität sowohl den Interessen ihrer Studierenden als auch ihrer Beschäftigten gerecht werden. 

Zum anderen muss die Uni ihre Websites übersichtlicher gestaltet werden. Es kann nicht sein, dass wichtige Infos, zum Beispiel bei KLIPS 2.0, verstreut und an verschiedensten Stellen regelrecht versteckt werden. 

Wir fordern, dass Schlüsselinformationen gebündelt und an mehreren Stellen hinterlegt sein müssen. Eine übersichtlichere Website klärt viele Fragen bereits von selbst. Das reduziert die Anzahl der Anfragen und entlastet somit das Studierendensekretariat.                                                                          Der Telefonservice ist leider auch oft überlastet und bietet keine echte Alternative.
Die von uns geforderte Beschleunigung der E‑Mail Bearbeitung würde beim Telefonservice ebenfalls für Entlastung sorgen und die Telefone für wirklich komplexe Anfragen freihalten.

Außerdem muss die Anzahl der Steckdosen in den Gebäuden der Universität erhöht werden, da mittlerweile so gut wie alle Studierenden im Neuland des Internets angekommen sind.

Die Juso HSG fordert daher:

  • Beschleunigung des E‑Mail Verkehrs (auf 1 Werktag)
  • Mehr Servicepersonal im Studierendensekretariat
  • Uni-Websites übersichtlicher gestalten
  • Mehr Steckdosen

5. Wohnheim-Party statt Luxus- Appartements – Juso-HSG für mehr bezahlbaren Wohnraum

Der dringende Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum in Köln ist schon lange kein Geheimnis mehr. Besonders zum Semesterstart wird die Not immer wieder deutlich. Nicht selten sind Wohnungsbesichtigungen mit 20 weiteren Interessenten. Deutlich wird die schwierige Lage besonders an der Gegenüberstellung von 325 € BAföG-Wohnpauschale und durchschnittlich 440€ Aufwendung von Studierenden für Miete und Nebenkosten in Köln. 

Das ist speziell für finanziell schwächere Studierende, ausländische Studierende oder Studierende mit Kind ein Problem. Die Wahl des Studienortes oder überhaupt die Aufnahme eines Studiums wird dadurch erschwert oder sogar verhindert. 

Die Wohnungsnot lässt sich auch am Mangel von Wohnheimplätzen des Kölner Studierendenwerk ablesen. Im Geschäftsbericht des Jahres 2019 werden lediglich 4.797 Wohnheimplätze ausgewiesen. Dem gegenüber stehen 100.000 Studierende an den verschiedenen Hochschulen in der Stadt. 

Viele Studierende sind dadurch gezwungen neben dem Studium zu arbeiten, da BAföG oder die Unterstützung durch die Eltern nicht ausreichen. 

Eine Folge kann außerdem die Verdrängung an den Stadtrand sein und damit einhergehend eine Erschwerung der Teilnahme am sozialen Leben. 

Wir als Juso Hochschulgruppe setzen uns deshalb für mehr bezahlbaren Wohnraum ein. Wir fordern ebenso wie das KStW die Zusammenarbeit von Uni, Stadt und Land, damit mehr bezahlbare Grundstücke und Gebäude den Studierenden als Wohnraum zur Verfügung gestellt werden können. 

Das könnte z.B. durch das städtische Vorkaufsrecht bei Grundstücken realisiert werden.

Dieses Vorkaufsrecht wollen wir ganz konkret anwenden bei dem in den nächsten Jahren frei werdenden Justizzentrum an der Luxemburger Straße. Mit dem beschlossenen Neubau und vorübergehenden Umzug in die benachbarte, ehemalige Arbeitsagentur wird ein großes Gebäude in direkter Nachbarschaft zur Universität nutzbar für studentischen Wohnraum. Es darf hier nicht wieder, wie bereits bei der ehemaligen Arbeitsagentur geschehen, eine Chance für bezahlbaren Wohnraum verpasst werden. 

Wir fordern daher die ernsthafte Auseinandersetzung darüber, wie Gebäude oder Grundstück den Studierenden Kölns zugute kommen kann. 

In Form eines Bürgerbegehrens möchten wir auf die Stadt und das Land Druck aufbauen, damit die Fläche nicht erneut an den höchstbietenden Investor geht.

Die Juso HSG fordert daher:

  • Bau neuer Wohnheime durch das Kölner Studierendenwerk
  • Unterstützung durch die Stadt durch Grundstücksverkauf oder Erbpacht an das KSTW, auch durch Ausübung des Vorkaufsrechts
  • Langfristig ein Wohnheimplatz für alle Studis, die sich dafür bewerben
  • Umwandlung des Justizzentrums in ein Studierendenwohnheim des KSTW mit über 1.000 Wohnheimplätzen
  • Mehr Druck durch AStA und Uni auf die Entscheidungsträger bei Stadt und Land

6. Nachhaltigkeit und Mobilität — Ausbau von Fahrrad, ÖPNV und Mensa-Angebot

Nachhaltige Uni Köln

Für eine nachhaltige und klimagerechte Zukunft muss auch die Uni Köln ihren Teil beitragen. Wir als Universität müssen auch Vorbild für andere Einrichtungen sein und aufzeigen, wie diese nachhaltige Zukunft aussehen kann. 

Wichtigster Punkt ist dabei die Reduzierung von Treibhausgasen. Dies kann ökologisch vertretbares Essens-Angebot mit weniger Fleisch und unter Einbezug regionaler Zulieferer erreicht werden. Auch die Auswahl an veganen Alternativen muss dringend ausgebaut werden.


Aber auch um den Ausstoß sonst zu verringern, brauchen wir mehr klimaneutrale Energie. Neben der Universität muss auch das KStW ihren Stromverbrauch schnellstmöglich auf 100% erneuerbare Energien umstellen. Ein wichtiger Punkt für uns ist außerdem auch der Ausbau der Solarenergie auf Gebäuden der Universität.

Die Juso HSG fordert daher:

  • Mehr vegane Produkte in der Mensa
  • Noch mehr Lieferanten aus der Region
  • Bau von Solaranlagen auf den Uni-Dächern
  • Klimaneutrale Uni durch Nutzung von 100% Ökostrom

Ausbau der Fahrrad- und ÖPNV-Infrastruktur

Aufgrund des akuten Wohnungsmangel sind Studierende regelmäßig gezwungen weiter außerhalb von Köln zu leben. Nur leider fehlt es dort oft noch an Infrastruktur, um Studis sicher und einfach Richtung Uni zu bringen. So fährt die Linie 18 abends und nachts nicht mehr regelmäßig nach Hürth-Efferen und damit ins dortige “Studierenden-Dorf”. 

Ein anderes Problem ist die fehlende Möglichkeit, mit der Linie 142 auch sonntags zur Universität zu kommen. Obwohl viele Studis sonntags beispielsweise die Bibliotheken nutzen, fährt die 142 nicht und Studis von außerhalb müssen längere Umwege in Kauf nehmen.

Viele Studierende nutzen oft und gerne das Angebot der KVB-Leihräder. Allerdings besteht in den Gebieten Kölns, die weiter entfernt vom Zentrum liegen, oft nicht die Möglichkeit dieses Angebot wahrzunehmen. Zum einen gehören diese Gebiete oft nicht mehr zum Abstell-Gebiet nach KVB-Regularien und in diesen Gebieten fehlen dann auch regelmäßig die Stationen, an denen die Fahrräder abgestellt werden können. Zudem stehen noch nicht genügend KVB-Fahrräder an der Universität zur Verfügung.

Eine verbesserte Infrastruktur für die Studierenden ist weiterhin unser Ziel. Studis sind häufig dazu gezwungen, sich auf Straßen wie z.B. der Luxemburger und der Berrenrather Straße teils ohne Fahrradweg fortzubewegen. Diese akute Gefahr für Fahrradfahrende muss noch stärker angegangen werden. 

Die Juso HSG fordert daher:

  • Bus 142 auch sonntags zur Uni
  • Linie 18 in einer häufigeren Taktung: explizit ab 20 Uhr nach Hürth
  • Mehr Leihräder an den Fakultäten der Universität
  • Im AStA wollen wir Druck auf die Stadt machen für den weiteren Ausbau der Radwege 

7. Until we are equal — Für konsequente  Gleichstellung und Antidiskriminierung

Feminismus

Knapp 50.000 Studis studieren an der Universität zu Köln. Davon liegt der Anteil der weiblich gelesenen Studis bei ca. 60%. Doch diese Zahlen dürfen nicht zum Trugschluss führen, dass weiblich gelesene Personen in allen Studiengängen so stark vertreten sind. 

Besonders in den MINT-Fächern sind die Geschlechter noch nicht ausgewogen repräsentiert. Hier ist es deshalb notwendig, dass die Universitäten  Einblicke in die MINT-Fächer durch ein umfassendes Programm zum alljährlichen Girl‘s Day der Schüler*innen zu ermöglichen. Diese Einführungstage sollten aber auch für geschlechtliche Minderheiten offen gehalten werden. So kann die Universität langfristig ihren Standort als Hort der (Natur-) Wissenschaften stärken und ihrem Ruf als “Uni für alle” gerecht werden.

Denn das Patriarchat und dessen gewaltvollen Auswirkungen nehmen in jeglichen Teilen unserer Gesellschaft einen festen Platz ein. So auch an unseren Hochschulen und an der Universität zu Köln.

Dies zeigt sich vor allem an der mangelnden Repräsentanz von Frauen und die fehlende Diversität sowohl in der Wissenschaft als auch in der Lehre.

Leider nimmt der Frauenanteil immer noch bei jeder weiteren universitären Qualifikationsstufe ab. Dabei stellt insbesondere der geringe Frauenanteil in MINT-Fächern ein großes Problem dar. Hierfür braucht es unter anderem Frauenmindestquoten von 50% bei Neuberufungen von Professuren!

Studierende mit Kind müssen eine extra finanzielle Unterstützung erhalten , zudem braucht es genügend Kinderbetreungsangebote an der Universität.

Damit Menschen in allen Lebenslangen ein Studium anfangen oder fortführen können, muss es flexibel, gestaltbar sein. Das heißt ganz ohne Anwesenheitspflichten.

Weiterhin muss eine finanzielle Entlastung menstruiernder Personen durch das konstenlose Angebot von Menstruationsprodukten auf den Toiletten gewährleistet werden.

Damit Hochschulen endlich ein feministischer Ort werden, braucht es zudem mehr Anlaufstellen für Betroffene von sexualisierter Gewalt.

Jedoch braucht es für eine feministische Uni unbedingt eine feministische Lehre! Es ist dringend an der Zeit Gender-Studies und feministischer Forschung auszubauen! Es muss ein Umdenken in unserer männlich dominierten Wissenschaft stattfinden. Hierfür müssen beispielsweise Frauen, trans- und nichtbinäre Personen insbesondere in der medizinischen Forschung berücksichtigt werden!
Für eine feministischen Universität muss eine Wissenschaft, die die diversen Perspektiven unserer Gesellschaft abbildet, die Grundlage darstellen!

Antidiskriminierung

Unser Ziel sollte aber nicht nur sein, das Interesse an einem Studium an der Universität zu Köln zu wecken. Wir setzen uns dafür ein, dass Studis ihr Studium frei von jeglichen Diskriminierungsformen führen können. 

Auch an der Universität zu Köln kommt es zu sexuellen oder sexualisierten Übergriffen. Die Uni muss deshalb Studierende schützen, unterstützen und solidarisch mit Betroffenen sein. Deshalb wollen wir den Diskriminierungsmelder des AStAs stärken. Dies soll in Form zusätzlicher Projektleitungen geschehen, die speziell dafür ausgebildet werden sollen, Studis in kritischen Situationen  zu unterstützen

Das aktuelle Semester findet bei vielen aber weiterhin ausschließlich digital statt. Bei Vorfällen während Vorlesungen oder innerhalb von Messenger-Gruppen möchten wir deshalb auch für euch da sein. Dafür streben wir eine enge Zusammenarbeit mit den Fachschaften und den Fakultäten an. Dies reicht aber nicht aus: Damit unsere Uni endlich ein Ort frei von Sexismus wird, braucht es auch mehr Anlaufstellen der Universität für Betroffene von sexualisierter Gewalt und mehr Aufklärungsprogramme!

Im übrigen möchten wir im kommenden Jahr die wichtige Arbeit im Bereich der Antidiskriminierung bei den bestehenden Projekten des AStAs fortführen und ausweiten. Dazu gehört die Unterstützung des autonomen Queerreferats (AQUK), des BiPoC-Referats, sowie autonomen Referats für anti-klassistisches Empowerment (fakE). Der Arbeit dieser Referate möchten wir eine größere Bühne geben. Dazu gehört aber auch, dass wir das Festival Contre le racisme und seine wichtigen Workshops das wir —  nach Möglichkeit —  wieder in Präsenz fortführen möchten. 

Mit dieser Arbeit hoffen wir ein Klima an der Universität zu Köln zu schaffen, in dem sich alle wohl fühlen, damit die Universität zu Köln ein safe space sein kann.

Die Juso HSG fordert daher:

  • Mindestquote von 50% Frauen bei Neuberufungen von Professuren und Neueinstellungen im Mittelbau
  • Paritätische Besetzung von Berufskommissionen und Vetorecht für Geichstellungsbeauftragte
  • Vereinbarkeit von Care-Arbeit und wissenschaftlicher Arbeit durch Reform des Wissenschaftzeitvertragsgesetz, Schaffung von sicheren Teilzeitstellen und ausreichend Kinderbetreuungsangebote
  • Fortsetzung und Wiederaufnahme der erfolgreichen AStA-Aktionen gegen Diskriminierung: die Aktionswochen gegen Antisemitismus, die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie, sowie das festival contre le racisme
  • Stärkung und Unterstützung der schon existierenden  Autonomen Referate für Interessenwahrnehmung strukturell benachteiligter Gruppen
  • Schaffung von Anlaufstellen für Opfer sexualisierter Gewalt
  • Ausbau des AStA-Diskriminierungsmelders
  • Förderung von Gender-Studies und feministischer Forschung
  • Flächendeckendes Angebot kostenloser Menstruationsprodukte an der Universität

8. Juso-HSG für eine barrierefreie Hochschule!

Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen werden zu oft in der Wahl oder während ihres Studiums eingeschränkt, manchmal sogar von vornherein ausgeschlossen

Das gilt besonders für Studiengänge an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, wo die Labore häufig nicht barrierefrei zugänglich sind. Zudem ist die Barrierefreiheit in fast allen Hörsälen eine Seltenheit. Wenn überhaupt plante die Universität in der Vergangenheit ihre Gebäude für gehbehinderte Menschen, sowie für Kinderwagen barrierefrei — nicht aber für hör- oder sehbehinderte Menschen. 

Dies muss sich ändern, und zwar so, dass Barrieren im Physischen wie im Psychischen abgebaut werden. Wir sprechen uns für adäquate Betreuung, Behandlung und Unterstützung in jedem individuellen Fall der Behinderung oder chronischer Erkrankung mittels Anlauf- und Informationsstellen an der gesamten Universität aus. Niemand sollte Barrieren verspüren, und niemand sollte durch solche Faktoren von seinem*ihrem Wunschstudium und Abschluss abgehalten werden.
Zudem zeigt die 21. Sozialerhebung (67.007 Befragte; 11% mit Beeinträchtigungen) auf, dass ein beträchtlicher Teil der Studierenden durch eine Beeinträchtigung im Durchschnitt länger (36% der Befragten mit Beeinträchtigungen) als 10 Semester für das jeweilige Studium benötigt. Studierende mit Beeinträchtigungen wechseln häufiger ihr Studium, ihre Hochschule oder brechen ab. Die best2-Studie (21.000 Befragte) des Deutschen Studentenwerks (2018) illustriert des weiteren, dass bei 17% der Studierenden die seelischen, psychischen sowie körperlichen Beeinträchtigungen erst im Verlauf des Studiums auftreten. Die dadurch entstehenden Interessen müssen verstanden, berücksichtigt und artikuliert werden. 

Die Juso HSG fordert daher:

  • Barrierefreie Hörsale, Seminarräume, Labore und Lernplätze und Wege dorthin
  • Barrierefreiheitsmelder des AStA / SoS-Referats bekannter machen
  • Vorlesesoftware nicht nur an Uni-PCs, sondern auch für Nutzung an eigenen Geräten kostenlos zur Verfügung stellen
  • Ausbau des Personals, z.B. in Servicezentrum Inklusion
  • Angebote für Menschen mit Behinderungen bekannter machen

9. Lehramt — Für die Zukunft der Bildung

Reformierung des Lehramtsstudiums:

Zu Beginn des letzten Schuljahres gab es alleine in Nordrhein-Westfalen 3435 unbesetzte Lehrstellen über alle Schulformen verteilt. Um einem stetigen Verfall des deutschen Bildungssystems entgegenzuwirken, müssen daher mehr Lehrkräften ausgebildet werden. Nicht nur Schüler*innen verdienen die bestmögliche Bildung, auch die künftigen Lehrkräfte müssen besser und angemessener ausgebildet werden. 

Die Lehramtsstudierenden an der Universität zu Köln werden vor zahlreiche Probleme gestellt. So sind die Anforderungen für Studierende des Lehramts Grundschule und Sonderpädagogik im Fach Mathematische Grundbildung zu hoch und führen oft zu einer Studienzeitverlängerung oder zu einem Abbruch. Vielen Studierenden erschließt sich der Studienaufbau nicht — etwa, dass die Fachdidaktik im Bachelorstudium so einen geringen Stellenwert hat.

Die Praktika-Anteile sind außerdem zu gering, um den Bezug zum Zielberuf Lehrer*in nicht zu verlieren. Daher setzen wir uns für eine praxisorientiertere Lehrer*innenausbildung ein.

Schon seit Jahren gibt es zudem eine massive Seminarplatz-Knappheit in den Bildungswissenschaften. Aufgrund der Fächervielfalt ist außerdem die Überschneidungsfreiheit kaum vorhanden. Das Studium wird durch beides verlängert. Dazu kommt: Es gibt noch immer keine Masterplatzgarantie und keine Vergütung des Praxissemesters, was für Studierende, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen, eine große Hürde darstellt. Ein weiteres Problem ist, dass Fremdsprachen bislang als zusätzliche Anforderungen erfüllt werden müssen.

Sowi bleibt!:

2019/20 strich die schwarz-gelbe Landesregierung das Fach Sozialwissenschaften in der Sekundarstufe I aus dem Lehrplan der Gymnasien und ersetzte es durch Wirtschaft und Politik. Zum Schuljahr 2020/21 erweiterte sie dies auf alle weiterführenden Schulen. Daraufhin beschlossen sie auch eine Änderung des Lehramtstudiengangs Sozialwissenschaften: Das Fach Sozialwissenschaften wurde aus der Lehramtszulassungsverordnung des Landes restlos gestrichen und durch das Fach Wirtschaft und Politik ersetzt. 

Dieser Ökonomisierung der Bildung stehen wir klar entgegen und fordern, dass es zu einer sofortigen Wiedereinführung des Faches Sozialwissenschaften in der Sekundarstufe I kommt und das Schulfach Wirtschaft und Politik abgeschafft wird.

Wir benötigen ein interdisziplinäres Fach Sozialwissenschaften für eine ausreichende ökonomische, politische, soziologische und vor allem demokratische Grundbildung!

Die Juso HSG fordert daher:

  • Die Herabstufung der Anforderungen im Fach Mathematische Grundbildung 
  • Wir fordern die Errichtung eines verpflichtenden Praxisseminars 
  • Mehr Seminarplätze in den Bildungswissenschaften 
  • Eine Masterplatzgarantie für alle Lehramtsstudierenden 
  • Wir brauchen eine faire Vergütung des Praxissemesters
  • Anrechnungsmöglichkeiten für Fremdsprachen als Credit-Points
  • Möglichkeit ein Drittfach zu studieren 
  • Wiedereinführung des Fachs Sozialwissenschaften 

10. Alerta Antifascista — Juso HSG gegen den Rechtsruck

Rechtes Gedankengut hat viele Formen und Ausprägungen. Und was in der Vergangenheit oft totgeschwiegen wurde, kann spätestens seit dem Aufstieg der AfD und den Morden von Halle und Hanau niemandem mehr bestritten werden. Rechtspopulismus und sogar Rechtsextremismus sind heute so aktuell wie seit langem nicht mehr. 

Mit dem 26. September 2021 ist es der AfD erneut gelungen mit einem erschreckend hohen Ergebnis in den Bundestag einzuziehen. Damit hat die AfD mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bald auch ein Anrecht auf Millionen-Zuschüsse für die ihr nahestehende Desiderius-Erasmus-Stiftung. Gleichzeitig spinnt sich rund um die AfD ein neurechtes Netzwerk, zu dem auch deutschnationale Burschenschaften und Verbindungen gehören. 

Wir als Juso Hochschulgruppe sehen es daher, heute mehr denn je, als unsere Pflicht an, uns mit fester Entschlossenheit gegen jegliche Form von Diskriminierung einzusetzen. Wir wollen im AStA unmissverständlich klar machen, dass es an der Universität keinen Platz für rechtes Gedankengut gibt. 

Die Universität ist und bleibt ein Forum des freien wissenschaftlichen Diskurses und ein Ort der Lehre, welcher von Studierenden und Lehrenden aus unterschiedlichsten Ländern und Verhältnissen bereichert wird. Dass Lehrende sich in rechtspopulistischen Parteien engagieren und teils öffentlich rechte Gesinnungen zum Ausdruck bringen, dürfen wir als Studierendenschaft daher nicht unkommentiert lassen.

Auch unter den Studierenden muss aktiv gegen rechte Propaganda aufgeklärt werden um eine offene, vielfältige und tolerante Universität zu erhalten und weiter zu fördern.

Die Juso HSG fordert daher:

  • Politische Bildungsveranstaltungen und Aufklärung durch den AStA 
  • Fortführung von bestehenden Veranstaltungsformaten wie dem festival contre le racisme und den Aktionswochen gegen Antisemitismus 
  • Gegen jeden Antisemitismus: Die anti-israelische und antisemitische BDS-Bewegung lehnen wir ab
  • Rechte Bestrebungen in Uni und Stadtgesellschaft benennen und darüber aufklären, z.B. Burschenschaften und rechte Verbindungen 
  • Keine Räume für die AfD auf dem Campus!
  • Klare Kante gegen Verbinder und Burschis in studentischen Ämtern 
  • Stärkung des AStA-Politikreferates und klares Bekenntnis zum Antifa AK

Dafür bitten wir Euch um Eure Stimme.

Eure Juso HSG

Kategorien
Allgemein Positionen

Kundgebung zur Lage von Studierenden am 23. Juni 2021

Die Landesregierung NRW lässt weiterhin Studierende und Lehrpersonen der Universitäten in Nordrhein-Westfalen in Zeiten von Corona im Regen stehen. Statt selber Verantwortung zu übernehmen wird den Universitäten selbst die Verantwortung zugeschoben, dies treibt einen Keil zwischen die Hochschulen, Studierenden und das Lehrpersonal. Mit der Kundgebung am 23. Juni wurden die Forderungen der Studierenden noch einmal klar gemacht: Statt überschnelle Öffnungsversuche, die Studierende einem gesundheitlichen Risiko aussetzen, benötigen wir endlich einen klaren Fahrplan für das Wintersemester!  Zudem fordern wir von der Landesregierung ein Unterstützungsprogramm, das sich mit den sozialen, finanziellen sowie gesundheitlichen Herausforderungen von Studierenden befasst. Weiterhin fordern wir ein Impfkonzept für Hochschulen, bei dem Studierende sowie Angestellte an der Uni schnellstmöglich ein Impfangebot erhalten. Dafür benötigen wir die schnelle und unbürokratische Vergabe finanzieller Unterstützung, damit Hochschulen Studierende endlich einen sicheren Rückgang in die Präsenzlehre für das kommende Wintersemester ermöglichen! 

Kategorien
Allgemein

Neuer Sprecher*innenrat

Es ist wieder ein Jahr vergangen, was bedeutet, dass wir auf unseren Jahreshauptversammlung Ende Mai einen neuen Sprecher*innenrat gewählt.

Neben altbekannten Gesichtern sind auch einige neue dazu gekommen, deshalb hier eine kleine Vorstellung:

In der neuen Koordination sind neben Gloria (20, Jura), Alena (21, Lehramt) und Max (20, Jura und deutsch-französisches Recht) dazu gekommen.

Ins neue Öffentlichkeitsteam ist Johanna (21, SoWi) aus der Koordination gewechselt. Neu dazugekommen sind Julius (22, Geschichte & Ethnologie) und Jacob 

(23, Geographie).

Als Finanzer wurde Simon von Mika (20, Jura) abgelöst. 

Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und ein erfolgreiches Jahr für die Juso Hochschulgruppe! 

Kategorien
Allgemein Plenum Positionen Wohnen

Justizzentrum für Wohnraum nutzen!

Der Wohnungsmarkt in Köln ist nicht erst seit gestern, insbesondere für Studierende und Azubis, angespannt. Seit Jahren fehlen aber ernsthafte Bestrebungen der Politik, für diese Gruppen ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Mit dem Freiwerden des Justizzentrums an der Luxemburger Straße ergeben sich neue Perspektiven in Nachbarschaft der Universität.Die explodierenden Mietpreise für WG-Zimmer und Wohnungen erfordern es, dass die Politik dieses Mal schnell handelt und Studierendenwerk und Studis nicht jahrelang hingehalten werden.Nachdem bereits die Arbeitsagentur aus dem bisherigen Gebäude an der Luxemburger Straße ausgezogen ist, wird es auch für das Justizzentrum in direkter Nachbarschaft bald einen Neubau geben. Während das Gebäude der Arbeitsagentur leider bereits an einen privaten Investor verkauft wurde, sind die Pläne für das Justizzentrum noch offen und eine Entscheidung vertagt. Zuletzt im Stadtrat, als es bei einem Antrag der SPD-Fraktion, laut dem die Umnutzung für studentischen Wohnraum geprüft werden sollte, gar nicht erst zur Abstimmung kam.Wir fordern von Stadt und Land eine Auseinandersetzung mit der nachfolgenden Nutzung der beiden großen Gebäudekomplexe für studentischen und sozialen Wohnraum in Abstimmung mit dem Kölner Studierendenwerk. Es muss sichergestellt werden, dass die Möglichkeiten im Interesse der Studierenden genutzt werden.

Kategorien
Allgemein Plenum Positionen

Reiche Eltern für alle! 50 Jahre BAföG — kein Grund zu feiern

Heute feiert unsere Bildungsministerin Anja Karliczek 50-jähriges BAföG-Jubiläum. Für uns fehlt hier jeglicher Anlass, um diesen Tag zu feiern. 

Insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie steht es alles andere als gut um die finanzielle Lage der Studierenden. Die “Nothilfe”, welche vor einem Jahr präsentiert wurde, ist unzureichend und ein beschämendes Ergebnis des Bildungsministeriums. Wie man riskieren kann, dass sich Studierende während einer Krise hoch verschulden, ist für uns unverständlich. Dabei leiden gerade wir, als eine Gruppe, die sich größtenteils durch Nebenjobs über Wasser hält, in einem besonders hohen Maße unter der Pandemie.

Jedoch gab es auch schon vor der Pandemie keinen Grund zur Freude: Obwohl viele Studis auf BAföG angewiesen sind, haben die meisten aktuell keinen Anspruch auf die staatliche Unterstützung. Folglich werden seit Jahren historisch geringe Förderzahlen verzeichnet. Wir brauchen ein BaFöG, unabhängig von der Regelstudienzeit, vom Einkommen der Eltern sowie vom Alter! Damit die Voraussetzung “reiche Eltern” für ein Studium bald der Vergangenheit angehört! 

Anstatt heute mit Bildungsministerin Karliczek zu feiern, erinnern wir uns lieber an die Anfangszeit vor 50 Jahren zurück. Während inzwischen die CDU alles daran setzt das BAföG vollkommen herunterzuwirtschaften und Studierende in den finanziellen Ruin zu treiben, sehnen wir uns nach das BAföG als Vollzuschuss unter Willy Brandt. 

Kategorien
Allgemein Positionen SARS-CoV-2-Pandemie

Gegen Klausurannulierungen & Kollektivstrafen an der Uni Köln

+++Gegen Kollektivstrafen für Studis!
Die Uni Köln ist selbst verantwortlich für ihr Prüfungs-Chaos+++

Wir fordern: Keine Prüfungs-Annullierungen, Sicherheit für alle Studis, Rückendeckung durch AStA & Fachschaften, vernünftig organisierte Online-Prüfungen!

  1. Die Universität darf den Studis keine Kollektivstrafen auferlegen und Klausuren auf keinen Fall in Gänze annullieren!

Letzte Woche ist bekannt geworden, dass es in den Klausuren des aktuellen Semesters vermehrt zu Täuschungs- und Betrugsversuchen gekommen ist. Vorab ist für uns klar, dass Täuschungsversuche nicht nur unfaire Vorteilsannahmen gegenüber gewissenhaften Studierenden sind, sondern die Integrität der Studierenden und das Vertrauen zwischen Lehre und Studierendenschaft beschädigen. Wer dabei erwischt wird, muss selbstverständlich, wie bei Präsenzprüfungen auch, mit Sanktionen rechnen. 

Allerdings ist für uns unverständlich, wie die Universität zu Köln mit dieser Problematik umgeht und versucht, die Studierendenschaft einzuschüchtern. 

Wenn die Universität in ihrer Mail selbst davon spricht, dass der Kreis der Täuscher*innen nur eine geringe Anzahl von Studierenden beträgt, gibt es keine Anhaltspunkte Klausuren gänzlich zu streichen und somit auch diejenigen zu bestrafen, die ihre Klausuren ehrlich absolviert haben. Solche Kollektivstrafen sind nicht hinnehmbar und auch juristisch höchst fragwürdig!

  1. Die Universität muss endlich verlässliche Online-Prüfungsformate für das kommende Semester anbieten!

Für uns ist auch klar: Die Universität hatte Monate Zeit, einen der Lehre und den Studierenden entsprechenden Plan zur vernünftigen Gestaltung der Klausurphase vorzulegen. Dies wurde auf ganzer Linie versäumt. Statt die Qualität der Klausuren und der Lehre in den vergangenen Online-Semestern zu evaluieren und daraus Lehren für das jetzige Wintersemester zu ziehen, schießt die Universität gegen die Studierenden, von denen schon jetzt viele durch die Pandemie sowohl finanziell als auch psychisch belastet sind. Die zusätzliche Androhung von Annullierungen zeigen, dass die Universität sich mäßig um die mentale Gesundheit ihrer Studierendenschaft bemüht. Nur weil die Uni schlechte Presse für ihr Prüfungs-Chaos bekommen hat, kann es nicht sein, dass auch unschuldige Studis jetzt als Sündenböcke herhalten müssen.

  1. Der AStA und die Fachschaften dürfen zum Unmut der Studis nicht schweigen und müssen sich klar zu den Belangen der Studierendenschaft positionieren.

Fachschaftsvertreter*innen und der AStA sind gewählt, um die Interessen der Studierendenschaft gegenüber der Uni zu vertreten. Das Problem der Täuschungsversuche zu thematisieren ist selbstverständlich richtig. Es kann aber nicht sein, dass, wie durch einzelne Fachschaften in Chat-Gruppen geschehen, die Androhung von Kollektivstrafen ohne eine kritische Auseinandersetzung weiterverbreitet wird. Fachschaften dürfen nicht einfach Befehlsempfängerinnen der Prüfungsämter oder Fakultäten sein. Entsprechend aufgeheizt und angespannt war die Stimmung unter den Studierenden in den letzten Tagen.
Wir hoffen, dass AStA und Fachschaften sich unmissverständlich mit der Studierendenschaft solidarisieren und gegenüber der Uni klarstellen, dass Prüfungsannulierungen inakzeptabel sind.

  1. Die Prüfungsämter und das Rektorat müssen zügig zu einem klaren Ergebnis kommen, damit Studis nicht mehr in Ungewissheit über ihre Klausuren und den weiteren Verlauf ihres Studiums gelassen werden.

Sowohl bei bereits geschriebenen als auch bei noch anstehenden Klausuren herrscht große Unsicherheit in der Studierendenschaft. In der vom Rektorat versendeten E‑Mail ist die Rede von Sanktionen für alle Klausuren, bei denen Täuschungsversuche bekannt seien. Im Nachhinein Klausurbedingungen zu ändern, indem eine kollektive Wiederholung der Klausur gefordert wird, ist für uns ein klares No Go! Wenn es handfeste Beweise einer Täuschung gegen einzelne Studierende gibt, dann müssen die nötigen und allgemein bekannten Konsequenzen gezogen werden. Jedoch zählen Screenshots aus anonymen Messengergruppen nicht dazu.

Kategorien
Allgemein Positionen

#BlackLivesMatter

Man könnte meinen, es fing vor ungefähr einer Woche an. Ein Video kursierte durch Social Media, in dem zu sehen war, wie ein weißer Polizist in Minneapolis sein Knie so lange in den Nacken eines am Boden liegenden unbewaffneten Mannes gedrückt hatte, bis er starb. Der Name des am Boden liegenden Mannes war George Floyd. George Floyd war Schwarz. 

Dieses Video erregte großes Aufsehen. Nicht nur in den USA solidarisieren sich Menschen mit George Floyd, welcher inzwischen als eine Symbolfigur für den alltäglichen Rassismus fungiert. Sondern weltweit finden Solidaritätsbewegungen statt. Vorgestern, am Dienstag, den 2. Juni, hat die Musikindustrie in den USA mit dem Hashtag #TheShowMustBePaused dazu aufgerufen ihren Betrieb ruhen zu lassen und stattdessen einen Raum zu schaffen, um an Betroffene von Rassismus zu gedenken. Dieser Dienstag wurde somit zum #BlackOutTuesday.

Jedoch ist dies kein Thema, das erst seit letzter Woche präsent ist. Rassismus ist seit Hunderten von Jahren für einen großen Teil unserer Weltbevölkerung alltägliche Realität.

Polizeigewalt führt zu den schrecklichen Todesfällen von George Floyd, Breonna Taylor, Ahmaud Arbery, N’Deye Mareame Sarr, John Amadi, Dominique Koumadio und zu vielen weiteren Todesfällen Schwarzer Menschen. Diese Fälle sind der deutlichste Ausdruck einer Gesinnung, die sich aber schon in der strukturellen ungleichen Behandlung bei Razzien, in Schulen, auf dem Wohnungsmarkt, bei der Arbeitssuche und vielem mehr zeigt. Es sind alles Symptome für Rassismus. 

Rassismus ist zum einen ein Konstrukt, welches aufrechterhalten wird und Ungleichheit in der Gesellschaft manifestiert. Insofern kann er als institutioneller Rassismus bezeichnet werden. Institutioneller Rassismus ist nicht nur ein Thema, das die Bürger*Innen in den USA betrifft. Auch in Europa, sowie in Deutschland, ist er insbesondere bei der Strafverfolgung allgegenwärtig. Zuletzt wurde dies deutlich, als am 18.04.2020 in Hamburg ein Pfleger mit ghanaischen Wurzeln auf dem Weg zu seinen Patienten durch Beamte  gewaltvoll von seinem Fahrrad gerissen wurde. Er habe sich “verdächtig” verhalten, weshalb man ihn des Drogehandels beschuldigte und ihm daraufhin Handschellen anlegte. Doch durch Behörden werden solche Vorfälle schnell als “Einzelfall” heruntergespielt und das Problem des “racial profiling” verkannt. 

Zum anderen ist Rassismus ein Denkmuster im Hinblick auf andere Menschen. Dieses kann als personeller Rassismus bezeichnet werden. Sie kann ihren Ursprung in bewusstem und eingefahrenem Denken haben, aber auch — und das in den meisten Fällen — auf unbewusst anerzogene Stigmatisierung  zurückzuführen sein. Personeller Rassismus bewirkt, dass bei Menschen dann, wenn sie ihr Gegenüber als “anders” wahrnehmen, eine Reihe von Vorannahmen zu der Person ihres Gegenübers  ausgelöst werden. Diese Vorannahmen können mangelnde Bildung,  beschränkte Intelligenz, beschränkte sprachliche Fähigkeiten, die Staatsbürgerschaft und vieles mehr beinhalten. Betroffene werden oft nicht als Teil der Gesellschaft, die dieses rassistische Weltbild teilt und prägt, angesehen: “Wo kommst du her?”. Wenn sie als Teil der Gesellschaft angesehen werden, dann jedoch nicht als gleichwertiger und gleich gebildeter Teil, sondern als solcher, den man stets — unabhängig vom Alter — erziehen und bilden müsse: “So machen wir das in Deutschland.” 

Das Ergebnis ist rassistische Polizeigewalt, die sich gegen nicht-weiße oder nicht-deutsch sprechende Menschen richtet. Nur dank Aktivst*Innen werden beispielsweise Fälle wie der von Oury Jalloh, welcher 2005 in einer Zelle in Dessau verbrannte, nicht komplett unter den Tisch gekehrt. 

Und genau das ist der Punkt, an dem wir ansetzen können. Denn Rassismus wird so lange zu unserem Alltag dazugehören, so lange weiße Menschen  institutionellen Rassismus unterstützen, institutionalisierte Ungleichheit ausblenden und personellen Rassismus gar nicht erst wahrnehmen. Dieses Verhalten erfolgt oftmals nicht bewusst oder aktiv, sondern wird allen Bürger*Innen unserer Gesellschaft anerzogen, sodass es eine intensive und immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit dem Thema abverlangt.  Erst wenn Nicht-Betroffene den Rassismus erkennen und aktiv jeden Tag für dessen Beseitigung einstehen, auch dann, wenn es unangenehm ist und nicht zur Mehrheitsmeinung zählt, kann Rassismus ein Ende gesetzt werden. 

Ein großer Dank geht an das Autonome BIPoC Referat der Universität zu Köln, welches viel inhaltlichen Input geliefert hat.

Da sich personeller und institutioneller Rassismus jedoch nur gemeinsam stürzen lässt,  rufen wir ebenfalls zur Beteiligung am Silent Protest kommenden Samstag, dem 06.06., auf. 

Anlaufstellen:

https://www.instagram.com/bipocreferatunikoeln/

https://www.instagram.com/demask_clgn/

Zur eigenen Auseinandersetzung: 

https://www.jetzt.de/politik/rassismus-interview-mit-berater-fuer-opfer-rassistischer-polizeigewalt

https://www.jetzt.de/gutes-leben/racial-profiling-wie-kann-ich-mich-wehren-wie-betroffenen-helfen

https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/223738/rassismus

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.

Literaturverzeichnis

Abuzahra, Amani; Derman, Leyla; et. al. (2017): Mehr Kopf als Tuch: Muslimische Frauen am Wort. Tyrolia. 

Amjahid, Mohamed (2017): Unter Weißen: Was es heißt privilegiert zu sein. Hanser Berlin. 

AntiDiskriminierungsbüro (ADB) Köln; cyberNomads (cbN) (Hg.) (2004): TheBlackBook. Deutschlands Häutungen. Frankfurt a.M., London: IKO-Verlag.

Arndt, Susan; Ofuatey-Alazard, Nadja (Hg.) (2011): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster.

Attia, Iman (Hg.) (2007): Orient- und IslamBilder. Interdisziplinäre Beiträge zu Orientalismus und antimuslimischem Rassismus. Münster: Unrast.

Aydemir, Farma;  Yaghoobifarah, Hengameh (2019): Eure Heimat ist unser Albtraum. Ullstein fünf. 

Ayim, May (1997): Grenzenlos und unverschämt. Berlin: Orlanda Frauenverlag GmbH.

Ayim, May (2005): Blues in Schwarz Weiss. 4. Bände. Berlin: Orlanda Frauenverlag GmbH.

Balibar, Étienne; Wallerstein, Immanuel Maurice (Hg.) (1990): Rasse — Klasse — Nation. Ambivalente Identitäten. Hamburg, Berlin: Argument-Verl.

Broden, Anne; Mecheril, Paul (Hg.) (2007): Re-Präsentationen. Dynamiken der Migrationsgesellschaft. Düsseldorf: IDA-NRW.

Broden, Anne; Mecheril, Paul (Hg.) (2010): Rassismus bildet. Bildungswissenschaftliche Beiträge zu Normalisierung und Subjektivierung in der Migrationsgesellschaft. Bielefeld: Transcript Verlag.

Can, Halil (2013): Empowerment aus der People of Color-Perpektive. Reflexionen und Empfehlungen zur Durchführung von Empowerment-Workshops gegen Rassismus. Online verfügbar unter http://www.eccar.info/sites/default/files/empowerment_webbroschuere_barrierefrei.pdf, zuletzt geprüft am 14.11.2013.

Castro Varela, María do Mar; Dhawan, Nikita (2005): Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung. Bielefeld: Transcript.

Castro Varela, María do Mar; Schulze, Sylvia; Vogelmann, Silvia; Weiß, Anja (Hg.) (1998): Suchbewegungen. Interkulturelle Beratung und Therapie. Tübingen: dgvt.-Verlag.

DGB-Bildungswerk Thüringen e. V. (Hg.) (2003): Bausteine zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit. Erfurt. Online verfügbar unter http://baustein.dgb-bwt.de.

Eddo-Lodge, Reni (2018): Why I’m No Longer Talking to White People About Race. Bloomsbury Publishing. 

Eggers, Maureen Maisha; Kilomba, Grada; Piesche, Peggy; Arndt, Susan (Hg.) (2009): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. 2. überarbeitete Aufl. Münster: Unrast Verlag. Online verfügbar unter http://www.gbv.de/dms/bsz/toc/bsz250241455inh.pdf.

Ergün, Mutlu (2010). Die geheimen Tagebücher des Sesperado. lyrical guerilla proudly presents Kara Günlük. Münster: Unrast Verlag.

Fanon, Frantz (1985): Schwarze Haut, weiße Masken. Unter Mitarbeit von Eva Moldenhauer. 1. Aufl. Frankfurt/M: Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbücher, 1186).

Freire, Paulo (1973): Pädagogik der Unterdrückten. Bildung als Praxis der Freiheit. [Reinbek b. Hamburg]: Rowohlt (Sachbuch rororo, 6830).

glokal e.V. (2013): Bildung für nachhaltige Ungleichheit? eine postkoloniale Analyse von Materialien der Entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland. Online verfügbar unter http://www.glokal.org/publikationen/bildung-fuer-nachhaltige-ungleichheit/, zuletzt geprüft am 16.07.2013.

Ha, Kien Nghi; al-Samarai, Nicola; Mysorekar, Sheila (Hg.) (2010): re/visionen. Postkoloniale Perspektiveen von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland.

Hall, Stuart (1994): Rassismus und kuturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg.

Hall, Stuart (2000): Rassismus als ideologischer Diskurse. In: Nora Räthzel (Hg.): Theorien über Rassismus, S. 7–16.

Hasters, Alice (2019): Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen: aber wissen sollten. hanserblau. 

hooks, bell (1994): Black looks. Popkultur — Medien — Rassismus. Berlin: Orlanda Frauenverlag GmbH.

Hügel, Ika; Lange, Chris; Ayim, May; Bubeck, Ilona; Aktaş, Gülşen; Schultz, Dagmar (Hg.) (1999): Entfernte Verbindungen. Rassismus, Antisemitismus, Klassenunterdrückung. 2.Auflage. Berlin: Orlanda Frauenverlag.

Hügel-Marshall, Ika (1998): Daheim unterwegs. Ein deutsches Leben. Die Frau in der Gesellschaft. 1. Aufl. Berlin: Orlanda Frauenverlag.

Kalpaka, Annita; Räthzel, Nora (Hg.) (1994): Die Schwierigkeit, nicht rassistisch zu sein. Rassismus in Politik, Kultur und Alltag. Köln.

Kilomba, Grada (2010): Plantation Memories.Episodes of Everyday Racism. 2. Aufl. Münster: Unrast Verlag.

Kilomba, Grada (2013): White is not a color. Online verfügbar unter http://www.africavenir.org/de/news-archiv/newsdetails/datum/2010/06/29/white-is-not-a-color-an-interview-with-author-and-psychoanalyst-grada-kilomba.html, zuletzt geprüft am 04.11.2013.

Kilomba, Grada (2013): “Wo kommst du her?”. Online verfügbar unter http://www.migration-boell.de/web/diversity/48_608.asp, zuletzt aktualisiert am 26.02.2013.

Köpsell, Philipp Khabo: Die Akte James Knopf. Afrodeutsche Wort- und Streitkunst: Unrast Verlag.

Leiprecht, Rudolf (2001): Alltagsrassismus. Eine Untersuchung bei Jugendlichen in Deutschland und den Niederlanden. Münster.

Leiprecht, Rudolf; Kerber, Anne (Hg.) (2005): Schule in der Einwanderungsgesellschaft. Ein Handbuch. Schwalbach/Ts.

Mecheril, Paul (2005): Was Sie schon immer über Rassismuserfahrungen wissen wollten. In: Rudolf Leiprecht und Anne Kerber (Hg.): Schule in der Einwanderungsgesellschaft. Ein Handbuch. Schwalbach/Ts., S. 462–471.

Mecheril, Paul; Castro Varela, María do Mar; Kalpaka, Annita; Melter, Claus (Hg.) (2010): Bachelor/Master: Migrationspädagogik. Weinheim und Basel: Beltz.

Mecheril, Paul; Melter, Claus (2010): Gewöhnliche Unterscheidungen. Wege aus dem Rassismus. In: Paul Mecheril, María do Mar Castro Varela, Annita Kalpaka und Claus Melter (Hg.): Bachelor/Master: Migrationspädagogik. Weinheim und Basel: Beltz, S. 150–178.

Mecheril, Paul; Teo, Thomas (1994): Andere Deutsche. Zur Lebenssitutation von Menschen multiethnischer und multikultureller Herkunft. Berlin: Dietz Verlag Berlin.

Melter, Claus (2006): Rassismuserfahrungen in der Jugendhilfe. Eine empirische Studie zu Kommunikationspraxen in der Sozialen Arbeit. Münster.

Miles, Robert (1999): Rassismus. Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs. Hamburg.

Mo, Asumang (2016): Mo und die Arier: Allein unter Rassisten und Neonazis. Fischer Taschenbuch

Morrison, Toni (1994): Im Dunkeln spielen. Weiße Kultur und literarische Imagination. Reinbeck bei Hamburg: Rohlwolt Verlag GmbH.

Morrison, Toni (2008): Sehr blaue Augen. Reinbeck bei Hamburg: Rohlwolt Verlag GmbH.

Ofuatey-Alazard, Nadja (2011): Maafa. In: Susan Arndt und Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster, S. 594–597.

Ogette, Tupoka (2019): exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen. Unrast Verlag. 

Oguntoye, Katharina; Opitz, May; Schultz, Dagmar (Hg.) (1992): Farbe bekennen. Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte. Frankfurt a.M.: Fischer Verlag.

Osterkamp, Ute (1996): Rassismus als Selbstentmächtigung. Texte aus dem Arbeitszusammenhang des Projektes Rassismus/Diskriminierung.: Berlin, Hamburg.

Otoo, Sharon Dodua (2011): Die Geschichte vom Kreis und vom Viereck. In: Susan Arndt und Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster, S. 378.

Otoo, Sharon Dodua (2012): The things i am thinking while smiling politely … A novella. 1. Aufl. Münster: Ed. Assemblage.

Piesche, Peggy (2009): Das Ding mit dem Subjekt, oder: Wem gehört die Kritische Weißseinforschung? In: Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche und Susan Arndt (Hg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. 2. überarbeitete Aufl. Münster: Unrast Verlag, S. 14–17.

Piesche, Peggy (Hg.) (2012): “Euer Schweigen schützt Euch nicht”. Audre Lorde und die Schwarze Frauenbewegung in Deutschland. 1. Aufl. Berlin: Orlanda.

Popal, Miriam (2011): Kopftuch. In: Susan Arndt und Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster, S. 389–402.

Räthzel, Nora (Hg.) (2000): Theorien über Rassismus.

Ritz, Manuela (2009): Die Farbe meiner Haut. Die Anti-Rassismus-Trainerin erzählt. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder GmbH.

Rommelspacher, Birgit (1998): Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht. 2. Aufl. Berlin: Orlanda-Frauenverl.

Said, Edward W. (2009): Orientalismus. Frankfurt, M: S. Fischer.

Scharathow, Wiebke; Leiprecht, Rudolf (Hg.) (2009): Rassismuskritik. Band 2: Rassismuskritische Bildungsarbeit. 2 Bände. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag (Politik und Bildung, 48).

Schmidt, Bettina; Dietrich, Katharina; Herdel, Shantala (Anti-Bias-Werkstatt) (2009): Anti-Bias-Arbeit in Theorie und Praxis — kritische Betrachtungen eines Antidiskriminierungsansatzes. In: Wiebke Scharathow und Rudolf Leiprecht (Hg.): Rassismuskritik. Band 2: Rassismuskritische Bildungsarbeit. 2 Bände. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag (Politik und Bildung, 48), S. 154–170.

Sow, Noah (2008): Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus. München: Bertelsmann Verlag.

Spivak, Gayata Chakravorty (2008): Can the Subaltern Speak? Postkolonialität und subalterne Artikulation. Wien: Verlag Turia + Kant (Es kommt darauf an, 6).

Steyerl, Hito; Gutiérrez Rodríguez, Encarnación (Hg.) (2012): Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik. 2.Auflage. Münster: Unrast Verlag.

07.05.2020, “Hamburger Polizisten attackieren Pfleger”, Taz: https://taz.de/Hamburger-Polizisten-attackieren-Pfleger/!5681135/ zuletzt besucht am 04.06.2020

Terkessidis, Mark (2000): Die Banalität des Rassismus: Migranten zweiter Generation entwickeln eine neue Perspektive. Bielefeld.

Wachendorfer, Ursula (2006): Weiß-Sein in Deutschland. Zur Unsichtbarkeit einer herrschenden Normalität. In: Susan Arndt (Hg.): AfrikaBilder. Studien zu Rassimus in Deutschland. Münster: Unrast Verlag, S. 87–101.

Walgenbach, Katharina (2009): “Weissein” und “Deutschsein” — historische Interpendenzen. In: Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche und Susan Arndt (Hg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. 2. überarbeitete Aufl. Münster: Unrast Verlag, S. 377–393.

Weiß, Anja (2001): Rassismus wider Willen. Ein anderer Blick auf eine Struktur sozialer Ungleichheit. Wiesbaden.

Wollrad, Eske (2005): Weißsein im Widerspruch. Feministische Perspektiven auf Rassismus, Kultur und Religion. Königstein/Taunus: Ulrike Helmer Verlag.

Wollrad, Eske (2009): “dass er so weiß nicht ist wie ihr” — Rassismus in westdeutschen Kinder- und Jugendbüchern. In: Claus Melter und Paul Mecheril (Hg.): Rassismuskritik. Band 1: Rassismustheorie und ‑forschung. 2 Bände. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag (Politik und Bildung, 47), S. 163–178.

Yiğit, Nuran; Can, Halil (2006): Die Überwindung der Ohn-Macht. Politische Bilgungs- und Empowerment-Arbeit gegen Rassismus in People of Color Räumen — das Beispiel der Projektinitiative HAKRA. In: Gabi Elverich, Annita Kalpaka und Karin Reindlmeier (Hg.): Spurensichrung — Reflexionen von Bildungsarbeit in der Einwanderungsgesellschaft: Frankfurt/M., S. 167–193.

Kategorien
Allgemein Positionen

#LEAVENOONEBEHIND

Vergangenen Samstag, am 9. Mai, war Europatag. Es war der 70. Jahrestag des Schuman-Plans, welcher den Grundstein für die Europäische Union bildete. So gut und wichtig die Europäische Union auch ist, lassen sich insbesondere nach den aktuellen Geschehnissen einige Missstände erkennen. 

Der Umgang an den europäischen Außengrenzen stellt den Friedensnobelpreis, welche die Europäische Union im Jahr 2012 verliehen bekommen hat sowie die in Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union festgeschriebenen Werte, welche die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Demokratie und Wahrung der Menschenrechte umfassen, in Frage. 

Während man im sicheren Deutschland den Europatag gedenkt, erleben Menschen an den Europäischen Außengrenzen eine menschenrechtliche, gesundheitliche und politische Katastrophe. Angesichts der Corona-Pandemie müssen wir mehr denn je solidarisch sein — das bedeutet vor allem Solidarität gegenüber unseren Mitmenschen, egal ob Alte, Arme, Obdachlose, Immunschwache oder geflüchteten Menschen. 

Auch wir als Juso Hochschulgruppe Köln schließen uns dem Aufruf #LeaveNoOneBehind der Seebrücke an und fordern somit, dass niemand zurückgelassen wird, auch nicht Menschen auf Flucht. Denn Corona macht auch vor Flüchtlingslagern keinen Halt.

Das bedeutet, dass wir die Evakuierung aller überfüllten Lager fordern. Die evakuierten Menschen müssen umgehend in aufnahmebereite Ländern und Kommunen untergebracht werden, in denen ihnen eine angemessene medizinischer Versorgung gewährleistet werden kann. Desweiteren fordern wir den sofortigen Stopp staatlicher Gewalt an den EU-Außengrenzen. Die Wahrung der Menschenrechte und der Anspruch auf ein Asylverfahren steht auch während der Corona-Pandemie an oberster Stelle der Tagesordnung!

Kategorien
Allgemein

8. Mai — Ende des 2. Weltkriegs jährt sich zum 75. Mal

Am 8. Mai 1945 kapitulierte Deutschland, was das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete. Heute, am 8. Mai 2020, jährt sich dieses Ereignis zum 75. Mal. Berlin reagierte auf dieses Jubiläum mit einem einmaligen gesetzlichen Feiertag zum Gedenken an die doppelte Befreiung von Krieg und Nationalsozialismus.

Wir, als Juso Hochschulgruppe, schließen uns Esther Bejaranos Forderung an, dass der 8. Mai zu einem gesetzlichen Feiertag in Deutschland werden muss!

Esther Bejarano überlebte das deutsche Vernichtungslager Auschwitz. Inzwischen ist sie Vorsitzende des Auschwitz Komitees in der BRD e.V. und Ehrenpräsidentin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes — Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Nun fordert sie, dass “der 8. Mai ein Feiertag werden [muss]! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes.” Dies schrieb Esther Bejarano in einem offenen Brief am 26. Januar 2020 “an die Regierenden und alle Menschen, die aus der Geschichte lernen wollen.” Des Weiteren sagt Bejarano, dass die “die militärische Zerschlagung des Faschismus durch die Alliierten, Partisan*innen und Widerstandskämpfer*innen als Befreiung zu begreifen, bedeutet die richtigen Schlüsse zu ziehen und auch so zu handeln.”

Auch wir wollen die richtigen Schlüsse ziehen und schließen uns hiermit ihrer Petition an. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der die Bedrohung des Faschismus stetig zunimmt, in der Rechte wieder in allen deutschen Parlamenten vertreten sind und in der rechte Anschläge zahlreiche Leben opfern, ist die Einführung eines solchen bundesweiten gesetzlichen Feiertages und der damit verbundene Aufruf zur antifaschistische Arbeit notwendiger als sie ohnehin schon war.

Deshalb fordern auch wir: “8. Mai — arbeistsfrei! Zeit für Antifaschismus!”

Kategorien
Allgemein Positionen

Nichtsemester & Freiversuch – Die Uni muss handeln!

Die ersten Vorlesungswochen an den Hochschulen sind vorbei und es zeigt sich immer mehr, dass wir uns in einem absoluten Ausnahmezustand befinden. Es gibt diverse Faktoren, die es Studierenden zum Teil unmöglich machen, das Studium so zu verfolgen wie noch im letzten Semester. Ob es nun fehlende technische Dinge wie eine instabile Internetverbindung sind oder familiäre Verpflichtungen durch z.B. Kinder im Homeschooling — Es brennt an allen Ecken und Enden.

Dieses Semester zählt allerdings bisher für Studierende wie die letzten Semester auch, ob man nun Seminare besuchen kann oder nicht. Das können und wollen wir nicht einfach so hinnehmen. Es muss eine Regelung geben, dieses Semester als “Nicht-” oder “Kann-Semester” anrechnen zu lassen. Dabei unterstützen wir die Petition zum Nichtsemester, welche von Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky (LMU München), Prof. Dr. Andrea Geier (Universität Trier) und Prof. Dr. Ruth Mayer (Leibniz Universität Hannover) initiiert wurde. Es dürfen Studierenden keine Nachteile entstehen, wenn Sie in diesem Semester nicht an Lehrveranstaltungen teilnehmen können.

Bisher gab es keine konkrete Stellungnahme der Universität zu Köln zu diesem Thema, allerdings lässt sich erahnen, dass es in Köln zu keinem Solidarsemester kommen wird. In der Amtlichen Mitteilung vom 28. April 2020 veröffetlichte die Universität folgenden Paragraphen in Bezug auf das Rücktrittsrecht von Prüfungen:

§3 Punkt 5: “Die Nichtteilnahme der Studierenden ist abweichend von anderslautenden Regelungen in der jeweiligen Prüfungsordnung als begründeter Rücktritt ohne Verlust des Prüfungsanspruchs zu werten. Dadurch bedingte Verzögerungen des Studienverlaufs gehen zu Lasten der Studierenden.”

Studierende sollen also eine nicht-verschuldete Situation damit ausbaden, ihr Studium in die Länge und ihre Semesterzahlen nach oben ziehen sehen. Das unter anderem das BAföG an die Regelstudienzeit geknüpft ist, scheint die Universität hier wenig zu interessieren. 

In derselben Amtlichen Mitteilung finder sich aber noch ein weiterer Paragraph, welcher den Studierenden vom Land NRW eingeräumte Hilfen zunichte macht:

§ 11 “Abweichend von § 7 Abs. 4 Corona-Epidemie-Hochschulverordnung, gelten Prüfungen, die erstmals abgelegt und nicht bestanden werden, als unternommen.”

Die Landesregierung in NRW veröffentlichte am 18. April 2020 die Corona-Epedemie-Hochschulverordnung. Diese ermöglicht es den Rektoraten flexible Anpassungen zu tätigen, um das Studium und die Lehre an den Hochschulen der aktuellen Situation anzupassen. Darunter zählen auch Freiversuche bei Prüfungen. Das bedeutet, dass ein nicht bestehen bei einer erstmalig Abgelegten Klausur nicht in die eigentlichen Versuche pro Prüfung mit eingerechnet wird. Besonders für Erstsemester wäre dies eine große Hilfe. Man könnte ihnen neben einem sowieso schon sehr erschwerten Studieneinstieg wenigstens die Angst vor den (neuartigen) Prüfungen nehmen und damit die Studienqualität um einiges verbessern.

An der Technischen Hochschule Köln wurde dies direkt umgesetzt. In der Amtlichen Mitteilung der TH Köln vom 30. April 2020 heißt es da: 

§ 4 Punkt 8: “Studierende können Prüfungen des Sommersemesters unabhängig vom erzielten Ergebnis wiederholen (Freiversuch), es sei denn, die Prüfungen wurden infolge einer Täuschung bzw. eines Täuschungsversuchs als nicht bestanden gewertet (§ 14 Abs. 3 und 4 Rahmenprüfungsordnung (RahmenPO) (Amtliche Mitteilung 10/2018)).”

Das sollte auch bei uns möglich sein! Wir fordern die Universität zu Köln auf, ihre Regelungen bezüglich des Nichtsemesters und des Freiversuches zu ändern und die Studierenden aktiv in den Prozess mit einzubeziehen!