Universitätswahlen 2018

Vom 03. bis zum 07. Dezember 2018 finden an der Universität zu Köln die alljährlichen Wahlen zu den studentischen und akademischen Organen statt.

Auch dieses Jahr kandidieren wir, die Juso Hochschulgruppe Köln, für das Studierendenparlament und unterstützen für den Senat “Das Original — Liste von Fachschaften”!

Unser Wahlprogramm‐Flyer


Unser “großes” Wahlprogramm 2018


Die Juso Hochschulgruppe Köln setzt sich für ein Studium ein, das alle Studierenden frei von finanziellen und sozialen Zwängen absolvieren können. Im Fokus unsererArbeit stehen dementsprechend die Studierenden — und damit der Einsatz für bessere Studienbedingungen, mehr studentischen Wohnraum, Beiträge zu verbesserter Mobilität und mehr Nachhaltigkeit und Inklusion an der Universität, sowie gegen jegliche sozialen Ungerechtigkeiten, die diesen Punkten entgegenstehen.

Diese übergeordneten Themen möchten wir weiterhin den Gremien der studentischen Selbstverwaltung und der Universität aktiv angehen.

 Folgende Punkte liegen uns dabei besonders am Herzen:

1. Studienbedingungen – Juso HSG für fairere Studienbedingungen

Anstatt angemessen studieren zu können, werden uns Studis von Seiten des Landes und der Uni immer wieder Steine in den Weg gelegt:

Die Landesregierung überlegt, die Anwesenheitspflicht wieder zu ermöglichen. Über eine Erhöhung der Mittel, um gegen die aktuelle Seminarplatzknappheit vorzugehen, wird nicht gesprochen. Aufgrund der Seminarplatz‐Problematik müssen Studierende sich auf zu viele Seminare bewerben, und wenn sie trotzdem keinen Platz bekommen, bei beiden Dozierenden betteln gehen. Wir verurteilen die Konkurrenzsituation, die dadurch unter Studierenden entsteht.

Zudem herrscht in der Prüfungsphase ein akutes Lernplatzdefizit. Wer sich am späten Vormittag in die Uni aufmachen will, um zu lernen, sieht sich, dort angekommen, bereits mit vollen Lesesälen und Arbeitsplätzen konfrontiert. Diejenigen, die nun nicht schon entnervt wieder nach Hause gefahren sind, können sich auf eine lange Suche nach gut ausgestatteten und leisen Lernplätzen begeben. Darüber hinaus sind einige Arbeitsplätze nicht ausgeschildert und daher schwer zu finden, sodass sich das Problem an den Ballungsräumen, wie der Uni‐Bib, noch zusätzlich verstärkt.

Und selbst wer sich trotz der schlechten Bedingungen durch das Studium geschlagen hat, bekommt manchmal keinen Masterplatz. Dieses Szenario wird begleitet von existenziellen Fragen — Finanzierung, Seminarplatzmangel, Leistungsdruck: Schaffe ich das alles?

Die Juso HSG fordert:

Eine Vollfinanzierung der Hochschulen durch das Land NRW. Dann können endlich Stellen geschaffen werden, um genügend Lehrveranstaltungen anzubieten. Auch der Übergang zu einem Masterstudium muss durch einen Rechtsanspruch auf einen Platz sichergestellt sein. Außerdem kämpfen wir dafür, dass ein Studium für alle möglich ist: Das bedeutet für uns, dass jede*r in seinem*ihrem Tempo unter den bestmöglichen Voraussetzungen studieren kann. Dafür fordern wir, dass die Anwesenheitspflicht abgeschafft bleibt und die aktuell im Hochschulgesetz festgehaltenen Regelungen durchgängig eingehalten werden. Auch aktuellen Kürzungen der Universität, durch ihren Exzellenzstatus möchten wir entgegenwirken, sodass kein Studiengang der Universität mehr davon betroffen wird.

2. Offene und soziale Hochschule

Unsere Uni muss für alle Studieninteressierten unabhängig von ihrer Herkunft zugänglich sein. Aus diesem Grund sollten für ausländische Studierende die gleichen Zugangsbedingungen wie für inländische Studis gelten. Aktuell stellen u.a. Sperrkonten und kostenpflichtige Sprachkurse eine finanzielle sowie organisatorische Hürde für ausländische Studierende dar. Nun drohen Studierenden aus Nicht‐EU‐Ländern zusätzliche 1.500 € Studiengebühren pro Semester.

Die negativenAuswirkungen einer solchen Entscheidung sind anhand der Einführung ähnlicherGebühren in Baden‐Württemberg deutlich zu erkennen. Dort ging die Quote derStudienbewerber*innen aus dem Nicht‐EU‐Ausland zuletzt um 26 Prozent zurück(Quelle: Rhein Neckar Zeitung). Dies stellt für unsein eindeutiges Warnsignal dar: Kleinere Studiengänge und Institute, wiebeispielsweise die Afrikanistik, müssen damit nicht nur um den zentralen,interkulturellen Austausch, sondern sogar um ihre Existenz bangen.

Weiter lehnen wir auch Strafgebühren für Langzeitstudierende ab. Ein Langzeitstudium kann viele Gründe haben. Egal ob ihr mit Kind studiert, euch politisch engagiert oder neben dem Studium arbeiten müsst, ihr sollt gebührenfrei fertig studieren können!

2017 wurden fast 5 % weniger Studis durch das BAföG gefördert (Quelle: Statistisches Bundesamt). Dieser Trend zeigt, dass dort Reformbedarf herrscht, denn das BAföG ist das beste Mittel, um auch Menschen aus  finanziell schwachen Familien ein Studium zu ermöglichen.

Die Juso HSG fordert:

Gebührenfreiheit für alle Studierenden unabhängig von Geburtsland, Staatsangehörigkeit oder Studiendauer. Bildung und Wissenschaft dürfen als wertvolle gesellschaftliche Güter nicht an die finanziellen Möglichkeiten eines Menschen gekoppelt sein. Deswegen fordern wir einen höheren BAföG‐Satz und weniger Bürokratie beim BAföG‐Antrag. Zudem fordern wir einen erleichterten Studieneinstieg durch kostenfreie Sprachkurse für ausländische Studierende. Es muss Chancengleichheit für alle Studierenden bestehen. Wir fordern außerdem, dass Geflüchtete die Möglichkeit eines Studieneinstiegs erhalten, ohne dafür um die begrenzten Plätze für ausländische Studierende kämpfen zu müssen. Wir fordern die Universität dazu auf, extra Kontingente für Geflüchtete, z.B. durch Fördermittel des Bundes, bereitzustellen.

Die Universität soll die Lebensumstände aller Studierenden berücksichtigen. Denn viele haben neben der Universität auch andere Verpflichtungen, die ihren Zeitplan begrenzen. Sei es der Nebenjob zur Finanzierung oder das eigene Kind — es gibt zahlreiche Gründe, warum für einige Studierende eine flexible Zeitgestaltung wichtig ist.

Die Juso HSG fordert:

Die konsequentere Umsetzung der Rechtslage zur Anwesenheitspflicht sowie das Fortbestehen mindestens einer AStA-Projektleiter*innenstelle für den gut genutzten Anwesenheitsmelder. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass mehr Vorlesungen aufgezeichnet und auf ILIAS zur Verfügung gestellt werden. Dazu erwarten wir u.a. seitens der Uni eine Sensibilisierung aller Dozierenden bzgl. der besonderen Lebenssituationen einiger Studierender sowie die Vermittlung der notwendigen Kenntnisse bei der Aufzeichnung von Lehrveranstaltungen.

Außerdem fordern wir die Einführung eines kostenfreien Teilzeitstudiums sowie die Weiterführung von Projekten wie der AStA‐Kinderferienbetreuung „MagnusKids“ und dem neu eingeführten Betreuungsfonds für Studierende mit Kind und pflegebedürftigen Angehörigen, um die betroffenen Studis sowohl zeitlich als auch finanziell zu entlasten. Auch wollen wir die direkten Interessenvertretungen benachteiligter Personen, wie beispielsweise das Autonome Elternreferat, weiter unterstützen und in Zusammenarbeit mit ihnen die aktuellen Bedürfnisse und Probleme aufdecken, um primär und unmittelbar dort ansetzen zu können.

3. Uni4.0 – Juso HSG für mehr Digitalisierung in der Lehre

Der technische Fortschritt sollte auch in der Universität ankommen. Wenn die ganze Welt von Digitalisierung und digitaler Bildung spricht, ist es untragbar, dass nur wenige Räume mit Steckdosen und WLAN ausgestattet sind und die Netzverbindung zusammenbricht, wenn sich zu viele Studierende gleichzeitig einloggen möchten.

Die Infrastruktur ist aber nicht das größte Problem. Auch in der Lehre sollten die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden. Die Recherche im Internet und ganz generell die Arbeit am Computer wird im Berufsleben längst vorausgesetzt. Jedoch scheint für viele Lehrende das Hochladen von Arbeitsmaterialien oder die Aufzeichnung der Vorlesungen auf ILIAS noch immer eine unüberwindbare Hürde darzustellen. Das bereitet gerade Studierenden, welche nicht regelmäßig an den Vorlesungen teilnehmen können, große Probleme.

Viele Lehrende binden die neuesten Forschungsstände nicht in ihre Veranstaltungen ein. Zudem finden moderne Lehrkonzepte bei den Lehrenden kaum bis gar keinen Anklang und selbst wenn diesbezüglich eine Bereitschaft besteht, fehlt es oft an Motivation oder entsprechenden Fortbildungsangeboten von Seiten der Hochschulen. Seien es Onlinevorlesungen, die Flexibilität für die Studierenden bieten, oder neue Konzepte wie Inverted Classrooms, beides wird an der Uni kaum genutzt.

Des Weiteren mühen sich Studierende — und insbesondere Erstis — damit ab, ihre Fächer mit dem Programm Klips 2.0 zu belegen. So kann es nicht sein, dass das Programm so komplex ist, dass es eines mehrseitigen PDF‐Tutorials bedarf, um die richtigen Kurse zu wählen. Besonders zu Beginn des Semesters ist es für alle Studierenden frustrierend, wenn die Klips‐Server bei 4.000 eingeloggten Studis zusammenbrechen.

Auch beim Thema Infrastruktur muss die Digitalisierung mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. An vielen Arbeitsplätzen und in vielen Hörsälen mangelt es vor allem an Steckdosen, die für jegliche technischen Geräte des modernen Lernens unersetzlich sind.

Die Juso HSG fordert:

Die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um die Lehre zu verbessern. Dafür fordern wir, dass alle Materialien online zur Verfügung gestellt werden. Doch weil das allein oft nicht ausreicht, um ein Studium in allen Lebenslagen zu ermöglichen, fordern wir weiterhin den Ausbau von Videoaufzeichnungen. So können auch Studierende mit Nebenjob, Kind, chronischer Erkrankung oder Behinderung verpasste Veranstaltungen nacharbeiten. Auch in der Lehre selbst muss eine bessere Einbindung der Medien stattfinden. Dafür ist es eine Grundvoraussetzung, dass Strom‐ und WLAN‐Zugänge in den Hörsälen ausgebaut werden. Wir fordern eine Verbesserung der Benutzeroberfläche von Klips 2.0 um diese nutzer*innenfreundlicher zu gestalten. In weiteren digitalen Nutzungsmöglichkeiten der UC‐Card sehen wir noch einiges an Potential.

Zum Lernen im digitalen Zeitalter fordern wir mehr und bessere Lernplätze, d.h. auch mehr Steckdosen an Lernplätzen. Nur so können die Studierenden nachhaltig die digitalen Möglichkeiten nutzen, ohne nach zwei bis vier Stunden die Bibliothek verlassen zu müssen. Ein Anfang wurde in diesem Jahr bereits in der USB gemacht; auch dort muss die Modernisierung weitergehen.

4. Wohnraum – Juso‐HSG für mehr Wohnraum

Zu Beginn des Wintersemesters 2018/19 zeichnete sich wieder ein ähnliches Bild ab wie in den letzten Jahren: Auf der Suche nach bezahlbaren WG‐Plätzen und Wohnungen verzweifelten viele Studierende zwischen dem zehnten WG‐Casting, nicht bezahlbaren Mieten und Absagen auf die Bewerbung für einen Wohnheimplatz. Nicht wenige landeten schließlich in der Notschlafstelle des AStA, die auch dieses Jahr wieder als “Auffangbecken” für wohnungslose Studis diente.

Dieser alljährliche Kampf um den knappen Wohnraum kann und darf nicht einfach so als Normalzustand hingenommen werden. Wir finden, hier muss sich endlich etwas ändern.

Das Thema „bezahlbares Wohnen” ist daher eines der wichtigsten Themen, welches wir als Juso HSG vorantreiben.

Von Jahr zu Jahr steigen die Mieten, besonders in den beliebten uninahen Veedeln gibt es hohe Anstiege, die für viele Studierende nicht mehr bezahlbar sind. Die Studierendenzahlen sind seit 2008 um 42 % gestiegen. Demgegenüber steht eine Steigerung der Wohnheimkapazitäten von nur knapp 5 %. Das Resultat des mangelnden Ausbaus: Für die fast 100.000 Studis in Köln werden nur gut 5.000 Wohnheimplätze angeboten, außerdem ist die Wohnzeit auf drei Jahre begrenzt.

Diese Umstände zwingen auch Studierende, die aus diversen Gründen (zu pflegende Angehörige, Kinder, chronische Krankheiten, Nebenjob zur Studienfinanzierung, Engagements usw.) länger brauchen oder einfach für den Master die Stadt nicht verlassen können und möchten, sich auf die langwierige Suche nach bezahlbaren Mieten zu begeben.

Ein verstärktes Engagement von Seiten der Studierendenschaft ist unabdingbar. Der AStA, die gesamte Universität wie auch das Studierendenwerk müssen gemeinsam stärker bezahlbaren Wohnraum für Studierende fordern. Dafür möchten wir die Stimme der Studis verstärkt in Gremien und Bündnisse einbringen, wie dem Stadtpolitischen Vernetzungsbündnis, dem Verwaltungsrat des Kölner Studierendenwerks, aber auch im Deutschen Studentenwerk, und uns weiterhin im AStA stark für das Thema Wohnraum einsetzen.
((Auch die Kampagne “Wohnen.Bezahlbar.Machen” der KölnSPD unterstützen wir, diese fordert u.a.))(streichen) eine Nutzung des Justizgebäudes an der Luxemburger Straße durch das Studierendenwerk, das dort Wohnraum schaffen will, sowie mindestens 150 geförderte Studierendenwohnungen im Hochhausprojekt Nördlich Colonius.

Besonders betroffen von der Wohnraumknappheit sind auch Bafög-Bezieher*innen. Im Bafög‐Höchstsatz sind lediglich 250 Euro als Wohnzuschlag kalkuliert, ein Wert fernab der Realitäten des freien Wohnungsmarktes. Denn das durchschnittliche WG‐Zimmer in Köln kostet mittlerweile 418 Euro.
Zusätzlich zum Wohnheimbau braucht es hier also eine deutliche Erhöhung der Bezüge. In der jetzigen Situation sind noch immer viele Studierende gezwungen, neben dem Vollzeitstudium zu arbeiten, um über die Runden zu kommen. Denn der Bafög‐Satz ist in der Vergangenheit nicht so schnell gestiegen, wie es die Lebenshaltungskosten sind.

Die Juso HSG fordert:

Nur durch den Bau neuer Wohnheime mit bezahlbaren Mieten kann diesem Problem entgegengewirkt werden. Unser langfristiges Ziel ist es, dass jede*r, der*die einen Wohnheimplatz haben möchte, auch einen bekommen kann. Dies fordern wir auch über die 3‐Jahres‐Grenze hinaus.

In Zusammenarbeit mit dem Kölner Studierendenwerk möchten wir also alles dafür tun, so viele bezahlbare Wohnungen wie möglich zu schaffen.

Wir unterstützen darüber hinaus die Forderung des Deutschen Studentenwerks für die kostenfreie Zurverfügungstellung von Grundstücken für die Bebauung mit Studierendenwohnheimen. Auch in Köln werden noch immer Grundstücke lieber an private Investoren verkauft, anstatt den Bau von Wohnheimen zu fördern und der Verdrängung entgegenzuwirken. Die Stadt muss endlich soziale Verantwortung übernehmen und mehr Grundstücke zu günstigen Preisen an das Kölner Studierendenwerk verkaufen.

 5. Ausbau von Fahrradwegen und ÖPNV‐ Juso HSG für mehr Mobilität und Nachhaltigkeit

Bezahlbaren Wohnraum gibt es meist nur noch in Veedeln, die weit außerhalb liegen und schlecht an den ÖPNV angebunden sind. Aus diesem Grund nutzt der Großteil der Studierenden primär das Fahrrad. Wer aber hier zum Fahrrad greift, um Abstand von den Kölner Verkehrsbetrieben und eigene Flexibilität zu gewinnen, der muss sich mit schlecht oder gar nicht ausgebauten Radwegen, limitierter Reichweite der KVB‐Räder oder vollends fehlender Fahrradinfrastruktur herumschlagen. Durch das enorm hohe Aufkommen an Autopendler*innen in Köln ist das Unfallrisiko auf Kölns Straßen besonders hoch.

Zu Stoßzeiten staut sich der Verkehr besonders auf den Ringen und den großen Zubringerstraßen. Dies betrifft nicht nur Berufspendler*innen, sondern insbesondere auch alle jene Studierende, die auf Busverbindungen und Auto angewiesen sind.

Gerade die stadtauswärts wohnenden Kommiliton*innen trifft ein weiteres Problem: Häufig fahren die Bahnlinien nicht bis zu den wichtigen Haltestellen. So zum Beispiel wird die Station Efferen des Studierendendorfes Hürth (Linie 18) ab 20:00 nur alle 30 Minuten angefahren.

Zudem wurde die Möglichkeit der Fahrradmitnahme, trotz starken Protests unsererseits, vor dem Hintergrund einer möglichen Streichung des Semestertickets, durch die KVB beschränkt. Außerdem hat die Kommunalverwaltung Hürth dem Kölner Studierendenwerk (KStW) einen Baustopp für 800 neue Studizimmer verhängt. Durch die hohe studentische Einwohnerzahl sollte zudem in Betracht gezogen werden Efferen einzugemeinden.

Die Juso HSG fordert:

Die Universität soll stärker mit der Stadt kooperieren, um das Fahrradnetz rund um die Universität zu verbessern und die Attraktivität für Radfahrer*innen zu erhöhen. Wir fordern deutlich mehr KVB‐Räder im Umfeld der Universität und eine Ausweitung der Fahrradreichweite bis in die angrenzenden Städte.

Außerdem fordern wir den Ausbau der zum Teil in katastrophalem Zustand befindlichen Fahrradwege. Zudem fordern wir einen verstärkten Ausbau des Busnetzes, besonders der Linie 142. Diese sollte höhere getaktet sein und auch sonntags und nach 20:00 Uhr fahren.  Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass die Linie 18 bis Klettenberg zukünftig auch bis Hürth‐Efferen fährt, um der chronischen Überfüllung entgegenzuwirken.

Auch andere Außenbezirke sollen besser angebunden sein, um Pendlern den Weg zur Uni zu erleichtern. Wir setzen uns auch für eine Wiedereinführung der Fahrradmitnahme bei der KVB ein.

Das haben wir bereits erreicht:

Die Fahrradtiefgarage, die auf dem Albertus‐Magnus‐Platz gebaut wird, wird von uns ausdrücklich unterstützt. Die Linie 142, die bis nach Ehrenfeld fährt, geht ebenfalls auf unsere Zeit im AStA zurück. Auch konnten wir bei der Verhandlung des Semestertickets die 30 Minuten freie Fahrt mit dem KVB‐Fahrrad durchsetzen.

6. Gleichstellung und Antidiskriminierung

Eine AStA‐Umfrage im Januar letzten Jahres hat bewiesen, was wir eigentlich schon wussten: Rassismus, Sexismus, Homo‐, Transphobie und weitere Arten der Diskriminierung sind immer noch Teil des universitären Alltags. Diskriminierende Dozierende, verbale Übergriffe und Anfeindungen gegenüber Angehörigen bestimmter Gruppen etc. sind leider keine Seltenheit.

Doch die Benachteiligungen sind oft auch struktureller Natur: So ist z.B. die Anzahl weiblicher Studierender in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen (aktuell 60 %), trotzdem ist nicht einmal jede dritte Professur mit einer Frau* besetzt. Und noch schlimmer: Aktuell sind die Zahlen sogar zum ersten Mal rückläufig!

Die Juso HSG fordert:

Die Fortsetzung der erfolgreichen AStA‐Aktionen gegen Diskriminierung: die Aktionswochen gegen Antisemitismus, die Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie, sowie das festival contre le racisme müssen weiterhin durchgeführt werden. Zudem fordern wir eine Stärkung und Unterstützung der schon existierenden  Autonomen Referate, die wichtige Arbeit gegen Diskriminierung und für Interessenwahrnehmung strukturell benachteiligter Gruppen leisten. Außerdem fordern wir die Universität auf, den Einstieg in wissenschaftliche Berufe frauen*freundlicher zu gestalten, um mehr Frauen* eine akademische Karriere zu ermöglichen.

7. Für eine barrierefreie Hochschule!

Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen werden zu oft in der Wahl oder während ihres Studiums eingeschränkt, manchmal sogar von vornherein ausgeschlossen. Das gilt besonders für Studiengänge an der Mathematisch‐Naturwissenschaftlichen Fakultät, wo die Labore häufig nicht barrierefrei zugänglich sind. Zudem ist die Barrierefreiheit in fast allen Hörsälen eine Seltenheit. Wenn überhaupt plante die Universität in der Vergangenheit ihre Gebäude für gehbehinderte Menschen, sowie für Kinderwagen barrierefrei — nicht aber für hör‐ oder sehbehinderte Menschen. Der Neubau für die theoretische Physik ist beispielsweise für Menschen mit Hörschwäche nicht nutzbar.

Dies muss sich ändern, und zwar so, dass Barrieren im Physischen wie im Psychischen abgebaut werden. Wir sprechen uns für adäquate Betreuung, Behandlung und Unterstützung in jedem individuellen Fall der Behinderung oder chronischer Erkrankung mittels Anlauf‐ und Informationsstellen an der gesamten Universität aus. Niemand sollte Barrieren verspüren, und niemand sollte durch solche Faktoren von seinem*ihrem Wunschstudium und Abschluss abgehalten werden. Zudem zeigt die 21. Sozialerhebung (67.007 Befragte; 11% mit Beeinträchtigungen) auf, dass ein beträchtlicher Teil der Studierenden durch eine Beeinträchtigung im Durchschnitt länger (36% der Befragten mit Beeinträchtigungen) als 10 Semester für das jeweilige Studium benötigt. Studierende mit Beeinträchtigungen wechseln häufiger ihr Studium, ihre Hochschule oder brechen ab. Die best2‐Studie (21.000 Befragte) des Deutschen Studentenwerks (2018) illustriert des weiteren, dass bei 17% der Studierenden die seelischen, psychischen sowie körperlichen Beeinträchtigungen erst im Verlauf des Studiums auftreten. Die dadurch entstehenden Interessen müssen verstanden, berücksichtigt und artikuliert werden.

Die Juso HSG fordert:

Die Universität soll die Studiengänge so gestalten, dass sie barrierefrei studierbar sind! Hörsäle, Seminarräume, Labore und Lernplätze müssen barrierefrei erreichbar sein, damit die Studierenden dort ihre Praktika absolvieren können. Der Weg zu jedweder Räumlichkeit der Universität muss neu und barrierefrei gedacht werden. Bei inklusiven Umbaumaßnahmen muss auf die Belange aller Menschen mit Behinderungen geachtet werden, damit alle zu den Orten gelangen können, die sie für ihr Studium und ihr universitäres Leben erreichen müssen.

Wir setzen uns für Menschen mit physischen sowie psychischen Erkrankungen, Beeinträchtigungen und Behinderungen ein, indem wir mit der Abteilung 23 (Studium und Behinderung) konstant nach Lösungen für individuelle Probleme aber auch allgemeine Missstände suchen. Des weiteren wirkten wir bereits im Rahmen uniweiter Projekte wie dem „Aktionsplan Inklusion” oder „Erfolgreich studieren an der UzK” an der Barrierefreiheit und Offenheit unserer Universität mit. Wir befürworten die Arbeit des autonomen Referats „Studieren ohne Schranken” und stehen in Kontakt mit den einzelnen Dezernaten, um Barrierefreiheit und studieren mit Behinderung/(Vor-)Erkrankung/Beeinträchtigung in den jeweiligen Bereichen voran zu treiben. 

8. Lehramt — Für die Zukunft der Bildung

Zu Beginn diesen Schuljahres gab es alleine in Nordrhein‐Westfalen 3694 unbesetzte Lehrstellen. Dieser massive Lehrermangel wird von der Landesregierung aktuell jedoch durch das Einstellen von Quereinsteigern kompensiert. Dadurch wird jedoch nicht die Hauptproblematik bekämpft. Um einem stetigen Verfall des deutschen Bildungssystems entgegenzuwirken, müssen daher mehr Studierende zu Lehrkräften ausgebildet werden. Nicht nur Schüler*innen verdienen die bestmögliche Bildung, auch die künftigen Lehrkräfte müssen besser und angemessener ausgebildet werden.

Die Lehramtsstudierenden an der Universität zu Köln werden dabei immer noch vor zahlreiche Probleme gestellt. So sind die Anforderungen für Studierende des Lehramts Grundschule und Sonderpädagogik im Fach Mathematische Grundbildung zu hoch und führen oft zu einer Studienzeitverlängerung oder zu einem Abbruch. Vielen Studierenden erschließt sich der Studienaufbau nicht — etwa, dass die Fachdidaktik im Bachelorstudium so einen geringen Stellenwert hat.

Des Weiteren fehlt im Bachelorstudium oftmals der konkrete Praxisbezug. Die Praktikaanteile sind zu gering, um den Bezug zum Zielberuf Lehrer*in nicht zu verlieren. Daher setzen wir uns für eine praxisorientiertere Lehrerausbildung ein.

Schon seit Jahren gibt es zudem eine massive Seminarplatzknappheit in den Bildungswissenschaften. Aufgrund der Fächervielfalt ist außerdem die Überschneidungsfreiheit kaum vorhanden. Das Studium wird durch beides verlängert. Dazu kommt: Es gibt noch immer keine Masterplatzgarantie und keine Vergütung des Praxissemesters, was für Studierende, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen, eine große Hürde darstellt. Ein weiteres Problem ist, dass Fremdsprachen bislang als zusätzliche Anforderungen erfüllt werden müssen.

Die fächerübergreifende Struktur der Lehramtsstudiengänge bedeutet, dass sich der AStA ihnen annehmen und die Studierenden bestmöglich vertreten muss. Dort haben wir uns in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, dass die auslaufenden Staatsexamensstudiengänge verlängert und Studierende nicht zwangsexmatrikuliert werden. Wir haben zudem erreicht, dass es in vielen Fächern keine Latinumspflicht mehr gibt und die Schaffung eines Drittfachs für Lehramtsstudierende angeregt.

Die Juso HSG fordert:

Die Herabstufung der Anforderungen im Fach Mathematische Grundbildung durch das Institut für Mathematikdidaktik, um genügend Grundschullehrkräfte und Sonderpädagogen ausbilden zu können. Dies sollte mit einer Umstellung des Studienablaufs hin zu einem kompetenzorientierten und praxisnahen Studium verbunden sein.

Weiterhin fordern wir die Errichtung eines verpflichtenden Praxisseminars in Zusammenarbeit mit Kölner (und umliegenden) Schulen in jedem lehramtsorientierten Studienfach.

Wir fordern mehr Seminarplätze in den Bildungswissenschaften und außerdem müssen die Absprachen zwischen den Fakultäten verbessert werden.

Wir fordern eine Masterplatzgarantie für alle Lehramtsstudierenden — wer einen Bachelor abschließt, muss auch einen im Masterplatz erhalten! Wir brauchen eine faire Vergütung des Praxissemesters, um Studierende nicht in finanzielle und zeitliche Notsituationen zu bringen.

Wir fordern außerdem Anrechnungsmöglichkeiten für Fremdsprachen als Credit‐Points. Letztlich müssen Studierende die Möglichkeit bekommen ein Drittfach zu studieren.

9. Juso HSG aktiv gegen den Rechtsruck

Rechtes Gedankengut hat viele Formen und Ausprägungen. Und was in der Vergangenheit oft totgeschwiegen wurde, wie etwa die NSU‐Morde, kann spätestens seit dem Aufstieg der AfD von niemandem mehr bestritten werden. Rechtspopulismus und sogar Rechtsextremismus sind heute so aktuell wie seit langem nicht mehr. Mit dem 24. September 2017 ist es der AfD sogar gelungen mit einem erschreckend hohen Ergebnis in den Bundestag einzuziehen. Sie sind nun auch in allen Landesparlamenten vertreten.

Wir als Juso Hochschulgruppe sehen es daher, heute mehr denn je, als unsere Pflicht an, uns mit fester Entschlossenheit gegen jegliche Form von Diskriminierung einzusetzen. So  hat der AStA unter unserem Vorsitz klar gemacht, dass die Universität kein Platz für rechtes Gedankengut lässt. Dabei lassen wir uns auch von einem rechten Shitstorm nicht einschüchtern.

Die Universität ist und bleibt ein Forum des freien wissenschaftlichen Diskurses und ein Ort der Lehre, welcher von Studierenden und Lehrenden aus unterschiedlichsten Ländern und Verhältnissen bereichert wird. Dass Lehrende sich in rechtspopulistischen Parteien engagieren und teils öffentlich rechte Gesinnungen zum Ausdruck bringen, dürfen wir als Studierendenschaft daher nicht unkommentiert lassen.

Auch unter den Studierenden muss aktiv gegen rechte Propaganda aufgeklärt werden um eine offene, vielfältige und tolerante Universität zu erhalten und weiter zu fördern.

Die Juso HSG setzt sich ein:

Gegen den bestehenden Rechtsruck! Im AStA veranstalteten wir in den vergangenen Jahren die Aktionswochen gegen Antisemitismus. Weiterhin hat der AStA Veranstaltungen zur Thematik Rechtspopulismus und Nationalsozialismus, sowie einen Flashmob gegen die AfD organisiert.

Auch ist es für uns von besonderer Wichtigkeit, dass antifaschistische Arbeit unabhängig von hochschulpolitischen Interessen geleistet wird. Wir setzen uns mit größter Überzeugung für den Fortbestand des antifaschistischen Arbeitskreises ein, welcher seit Jahren einen wichtigen Beitrag im Bereich der Informations‐ und Aufklärungsarbeit, etwa durch die Organisation von Vorträgen oder Aktionen, leistet. Er muss erhalten und weiterhin in ausreichendem Maß finanziell gefördert werden.

Wir als Juso Hochschulgruppe setzen uns auch direkt gegen den Rechtsruck ein, in dem wir an Demonstrationen teilnehmen und uns dem rechten Gedankengut aktiv entgegenstellen!

Dafür bitten wir Euch um Eure Stimme.

Eure Juso Hochschulgruppe Köln


Die WAHLZEITUNG 2018 gibt es hier zum Download:

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